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Glossar · Diagnosen & Krankheitsbilder

Mastzellaktivierung bei Long COVID

Auch: Mastzellüberaktivierung · MCA · Mast Cell Activation
Dr. Gerrit Kefersteinaktualisiert 3 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • Das Spike-Protein kann Mastzellen direkt über ACE2-Rezeptoren und TLR aktivieren.
  • MCAS-ähnliche Symptome (Histaminintoleranz, Flushing, Nahrungsmittelunverträglichkeiten) treten bei Long COVID häufig auf.
  • Mastzell-Mediatoren wie Histamin können POTS-Symptome verstärken.

Du hast seit Long COVID plötzlich Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die vorher nicht bestanden? Hautausschläge, Flushing, Herzrasen nach dem Essen, Durchfall? Das könnten Zeichen einer Mastzell-Überaktivierung sein – ausgelöst durch die Spike-Protein-Exposition.

Was im Körper passiert

Mastzellen sind die Alarmglocken deines Immunsystems. Bei Long COVID kann das Spike-Protein diese Alarmglocken in einen Zustand permanenter Überaktivierung versetzen. Sie setzen ständig Histamin und andere Entzündungsmediatoren frei – auch bei Reizen, die normalerweise harmlos sind. Das erklärt, warum plötzlich Lebensmittel, Gerüche oder Temperaturen Symptome auslösen.

Long-COVID gehört vor allem zum Immunsystem: Infekt und Entzündung.

Mastzellaktivierung bei Long COVID: Mastzellaktivierung bei Long COVID beschreibt die chronische Überaktivierung von Mastzellen – Immunzellen, die Histamin und andere Mediatoren freisetzen. Bei Long COVID kann das Spike-Protein Mastzellen direkt aktivieren, was Symptome auslöst, die dem Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS) ähneln: Histaminintoleranz, Hautreaktionen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Mastzellen sind Immunzellen, die in nahezu jedem Gewebe vorkommen – besonders dicht in Haut, Schleimhäuten, Darm und Atemwegen. Sie enthalten Granula mit Histamin, Tryptase, Prostaglandinen und anderen Mediatoren, die bei Aktivierung freigesetzt werden (Degranulation).

Mastzellen und Long COVID:
Das SARS-CoV-2-Spike-Protein kann Mastzellen über mehrere Wege aktivieren:

  • Direkte Bindung an ACE2-Rezeptoren auf Mastzellen
  • Aktivierung über Toll-like-Rezeptoren (TLR)
  • Indirekte Aktivierung durch Komplementfaktoren

MCAS-ähnliche Symptome bei Long COVID:
Viele Long-COVID-Patienten berichten über Symptome, die dem MCAS-Spektrum entsprechen: Flushing, Urtikaria, Nahrungsmittelunverträglichkeiten (die vorher nicht bestanden), Histaminintoleranz, gastrointestinale Beschwerden, Bronchokonstriktion, Tachykardie. Die Überlappung zwischen Long COVID und MCAS ist ein aktives Forschungsfeld.

Die Verbindung zu POTS:
Mastzell-Mediatoren wie Histamin beeinflussen den Gefäßtonus und die Herzfrequenz. Histamin-induzierte Vasodilatation kann POTS-Symptome verstärken oder auslösen. Umgekehrt kann Sympathikus-Aktivierung die Mastzell-Degranulation triggern – ein Teufelskreis.

Zum Nachschlagen

Wer klärt was

Ob eine Krankheit dahintersteckt und wie sie behandelt wird, klärt deine Ärztin. Seelische Last gehört zu deiner Therapeutin. Was du im Alltag für deine Regeneration tust, begleitet ein Mentor. Entscheiden tust du.

Ob eine Krankheit dahintersteckt und wie sie behandelt wird, klärt deine Ärztin. Nimm deine Beobachtungen und die Fragen aus diesem Artikel mit; was du für deine Regulation tust, läuft parallel weiter.

Quellen (2)
  • Long COVID: major findings, mechanisms and recommendations
    Davis H.E., McCorkell L., Vogel J.M. et al. – Nature Reviews Microbiology (2023) DOI: 10.1038/s41579-022-00846-2
  • Persistence of SARS CoV-2 S1 Protein in CD16+ Monocytes in Post-Acute Sequelae of COVID-19 (PASC) up to 15 Months Post-Infection
    Patterson B.K., Francisco E.B., Yogendra R. et al. – Frontiers in Immunology (2022) DOI: 10.3389/fimmu.2021.746021
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