MOJO LogoMOJO

Glossar · Diagnosen & Krankheitsbilder

POTS (Posturales orthostatisches Tachykardie-Syndrom)

Auch: Posturales Tachykardie-Syndrom · Posturales orthostatisches Tachykardiesyndrom · Orthostatische Intoleranz
Dr. Gerrit Kefersteinaktualisiert 3 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • Diagnostisches Kriterium: Herzfrequenzanstieg ≥ 30 bpm beim Aufstehen innerhalb von 10 Minuten.
  • 20–30 % der Long-COVID-Patienten zeigen POTS-ähnliche Symptome.
  • Der Kipptisch-Test ist der diagnostische Goldstandard.

Dein Herz rast, sobald du aufstehst? Dir wird schwindelig beim Stehen, aber im Liegen geht es dir besser? Du verträgst langes Stehen nicht mehr – Warteschlangen, Kochen, Duschen werden zur Tortur? Das sind klassische POTS-Symptome.

Was im Körper passiert

Bei POTS kann dein Kreislauf die Schwerkraft nicht mehr adäquat kompensieren. Wenn du aufstehst, versackt Blut in deine Beine, und dein Herz versucht mit massivem Frequenzanstieg gegenzusteuern – aber die Gefäße verengen sich nicht ausreichend. Das Ergebnis: Zu wenig Blut im Oberkörper und Gehirn, obwohl dein Herz wie verrückt arbeitet.

Long-COVID gehört vor allem zum Immunsystem: Infekt und Entzündung.

POTS (Posturales orthostatisches Tachykardie-Syndrom): POTS (Posturales orthostatisches Tachykardie-Syndrom) ist eine autonome Dysfunktion, bei der die Herzfrequenz beim Wechsel von liegender in aufrechte Position um mindestens 30 Schläge pro Minute ansteigt (oder auf über 120 bpm), ohne dass der Blutdruck signifikant abfällt. 20–30 % der Long-COVID-Patienten zeigen POTS-ähnliche Symptome.

POTS gehört zu den Dysautonomien – Störungen des autonomen (vegetativen) Nervensystems. Bei POTS reagiert der Körper inadäquat auf die Lageveränderung vom Liegen zum Stehen:

Normaler Orthostase-Reflex: Beim Aufstehen versacken 300–800 ml Blut in die Beine. Das Baroreflexsystem kompensiert: Herzfrequenz steigt leicht, Gefäße verengen sich, Blutdruck bleibt stabil.

Bei POTS: Die Kompensation ist gestört. Das Blut versackt, der Baroreflex reagiert überschießend mit massivem Herzfrequenzanstieg (≥ 30 bpm in 10 Minuten), aber die Gefäßverengung ist inadäquat. Symptome: Schwindel, Benommenheit, Herzrasen, Schwäche, Sehstörungen, Übelkeit, manchmal Synkopen.

POTS und Long COVID:
Autonome Dysfunktion ist einer der häufigsten und am besten objektivierbaren Befunde bei Long COVID. Die Mechanismen umfassen: Autoantikörper gegen adrenerge und muskarinerge Rezeptoren, Vagus-Dysfunktion, Hypovolämie, Small Fiber Neuropathie und Neuroinflammation. Der Kipptisch-Test ist der diagnostische Goldstandard.

Subtypen:

  • Neuropathisches POTS (häufigster Subtyp bei Long COVID): Denervierung der peripheren Gefäße
  • Hyperadrenerges POTS: Exzessive Noradrenalin-Ausschüttung
  • Hypovolämisches POTS: Reduziertes Blutvolumen

Zum Nachschlagen

Wer klärt was

Ob eine Krankheit dahintersteckt und wie sie behandelt wird, klärt deine Ärztin. Seelische Last gehört zu deiner Therapeutin. Was du im Alltag für deine Regeneration tust, begleitet ein Mentor. Entscheiden tust du.

Ob eine Krankheit dahintersteckt und wie sie behandelt wird, klärt deine Ärztin. Nimm deine Beobachtungen und die Fragen aus diesem Artikel mit; was du für deine Regulation tust, läuft parallel weiter.

Quellen (2)
  • Long COVID: major findings, mechanisms and recommendations
    Davis H.E., McCorkell L., Vogel J.M. et al. – Nature Reviews Microbiology (2023) DOI: 10.1038/s41579-022-00846-2
  • High-dimensional characterization of post-acute sequelae of COVID-19
    Al-Aly Z., Xie Y., Bowe B. – Nature (2021) DOI: 10.1038/s41586-021-03553-9
“
Energie, Funktion und Struktur sind auf jeder Ebene der menschlichen Erfahrungswelt untrennbar miteinander verbunden.
MOJO

War das hilfreich?

Niemand hat die Wahrheit allein. Fehlt etwas oder stimmt etwas nicht? Schreib es in einen Kommentar. Wie wir arbeiten

KommentareAls Erste schreiben

0/2000

Dein Kommentar wird nach E-Mail-Bestätigung sichtbar.