MOJO LogoMOJO

FAQ · Diagnosen & Krankheitsbilder

Kann Long COVID auch von der Impfung kommen?

Die Frage, ob COVID-19-Impfungen postakute Syndrome auslösen können, ist politisch aufgeladen, aber biologisch relevant. Das Spike-Protein ist das Spike-Protein – unabhängig davon, ob es vom Virus oder von der mRNA produziert wird. Eine evidenzbasierte, neutrale Betrachtung ist notwendig.
Dr. Gerrit Kefersteinaktualisiert 3 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • S1-Spike-Protein wurde in CD16+ Monozyten bis zu 245 Tage nach COVID-19-Impfung bei SARS-CoV-2-negativen Personen nachgewiesen (Patterson et al., 2025).
  • Der biologische Mechanismus – Spike-Protein-Persistenz und chronische Immunaktivierung – ist nach Infektion und Impfung derselbe.
  • Dies betrifft eine Subgruppe von Geimpften, nicht alle – die Häufigkeit ist Gegenstand laufender Forschung.

Die Regenerationsmedizin interessiert sich für Mechanismen, nicht für politische Einordnungen. Das Spike-Protein ist das Spike-Protein. Ob es vom Virus oder von der mRNA produziert wird, ist für den biologischen Mechanismus irrelevant. Die klinische Frage ist: Persistiert das Spike-Protein in diesem Patienten? Wenn ja, welche Systeme sind dadurch dysreguliert? Diese Fragen sind neutral, evidenzbasiert und unabhängig von der Impfentscheidung. Gesundheit entsteht, wenn die Mitochondrien genug Lebensenergie produzieren und diese Energie über Nervensystem, Immunsystem und Stoffwechsel optimal verteilt wird. Wie man das erreicht, vermitteln wir im Kurs LEBENSENERGIE für Betroffene und in der Grundausbildung Regenerationsmedizin für Fachkräfte.

Die biologische Grundlage für PASC-ähnliche Symptome nach COVID-19-Impfung ist zunehmend dokumentiert:

Die zentrale Studie:
Patterson et al. (2025, Human Vaccines & Immunotherapeutics) wiesen S1-Spike-Protein in CD16+ Monozyten bei SARS-CoV-2-negativen Personen bis zu 245 Tage nach COVID-19-Impfung nach. Diese Personen zeigten PASC-ähnliche Symptome: Fatigue, Brain Fog, Herzrasen, Atemnot.

Derselbe Mechanismus:
Ob das Spike-Protein vom Virus (bei Infektion) oder von der mRNA (bei Impfung) produziert wird – es ist strukturell identisch. Die S1-Untereinheit bindet an ACE2-Rezeptoren und kann unabhängig vom Viruskontext Endothelschäden, Gerinnungsstörungen und chronische Immunaktivierung verursachen.

Wichtig zu verstehen:

  • Dies betrifft eine Subgruppe von Geimpften, nicht alle
  • Die Häufigkeit ist Gegenstand laufender Forschung und noch nicht verlässlich beziffert
  • Die biologische Frage (Spike-Persistenz) ist unabhängig von der politischen Impfdebatte
  • Die Impfung hat bei der Mehrheit der Geimpften schwere COVID-19-Verläufe verhindert – und gleichzeitig kann sie bei einer Subgruppe postakute Syndrome auslösen. Beides kann gleichzeitig wahr sein.

Das Post-COVID-Vaccine-Syndrom (PCVS) wird zunehmend als eigenständige Entität anerkannt, die dieselben diagnostischen und therapeutischen Ansätze erfordert wie postinfektiöses Long COVID.

Im Detail

Die Evidenz für Spike-Protein-Persistenz nach Impfung:

Patterson et al. (2022, 2025):
Die Arbeitsgruppe um Bruce Patterson zeigte in zwei Studien:

  1. S1-Protein in CD16+ Monozyten bis 15 Monate nach Infektion (2022, Frontiers in Immunology)
  2. S1-Protein in CD16+ Monozyten bis 245 Tage nach Impfung bei SARS-CoV-2-negativen PCVS-Patienten (2025, Human Vaccines & Immunotherapeutics)

Die CD16+ nicht-klassischen Monozyten sind besonders relevant: Sie patrouillieren entlang der Gefäßwände und können bei Aktivierung durch das Spike-Protein Endothelzellen schädigen. Dies erklärt die vaskulären Symptome (POTS, Mikrothromben, Raynaud-ähnliche Phänomene) sowohl nach Infektion als auch nach Impfung.

Biologische Plausibilität:

  • Die mRNA-Impfung instruiert körpereigene Zellen, das Spike-Protein zu produzieren
  • Das produzierte Spike-Protein ist strukturell mit dem viralen Spike identisch
  • Bei den meisten Geimpften wird das Spike-Protein innerhalb von Tagen bis Wochen abgebaut
  • Bei einer Subgruppe persistiert das Spike-Protein oder seine Fragmente – möglicherweise durch Sequestrierung in bestimmten Zelltypen oder Geweben

Terminologie:

  • Long COVID / PASC: Nach SARS-CoV-2-Infektion
  • Post-COVID-Vaccine-Syndrom (PCVS): Nach COVID-19-Impfung
  • Spike-Protein-Syndrom: Übergreifender Begriff für beide Entitäten, der den gemeinsamen Mechanismus betont

Zum Nachschlagen

Wer klärt was

Ob eine Krankheit dahintersteckt und wie sie behandelt wird, klärt deine Ärztin. Seelische Last gehört zu deiner Therapeutin. Was du im Alltag für deine Regeneration tust, begleitet ein Mentor. Entscheiden tust du.

Ob eine Krankheit dahintersteckt und wie sie behandelt wird, klärt deine Ärztin. Nimm deine Beobachtungen und die Fragen aus diesem Artikel mit; was du für deine Regulation tust, läuft parallel weiter.

Häufige Fragen (2)

Was ist das Post-COVID-Vaccine-Syndrom (PCVS)?

PCVS beschreibt anhaltende Symptome nach COVID-19-Impfung bei Personen, die keine SARS-CoV-2-Infektion hatten. Die Symptome – Fatigue, Brain Fog, POTS, Schmerzen – ähneln denen von postinfektiösem Long COVID. Die zugrunde liegende Hypothese: Das von der mRNA produzierte Spike-Protein persistiert bei einer Subgruppe und löst chronische Immunaktivierung aus.

Schützt die Impfung vor Long COVID?

Die Datenlage ist gemischt. Einige Studien zeigen ein reduziertes Long-COVID-Risiko nach Impfung, andere finden keinen signifikanten Unterschied. Die Impfung scheint das Risiko schwerer Akutverläufe zu reduzieren, der Effekt auf postakute Syndrome ist weniger klar.
Quellen (3)
  • Detection of S1 spike protein in CD16+ monocytes up to 245 days in SARS-CoV-2-negative post-COVID-19 vaccine syndrome (PCVS) individuals
    Patterson B.K., Yogendra R., Francisco E.B. et al. – Human Vaccines & Immunotherapeutics (2025) DOI: 10.1080/21645515.2025.2494934
  • Persistence of SARS CoV-2 S1 Protein in CD16+ Monocytes in Post-Acute Sequelae of COVID-19 (PASC) up to 15 Months Post-Infection
    Patterson B.K., Francisco E.B., Yogendra R. et al. – Frontiers in Immunology (2022) DOI: 10.3389/fimmu.2021.746021
  • Long COVID: major findings, mechanisms and recommendations
    Davis H.E., McCorkell L., Vogel J.M. et al. – Nature Reviews Microbiology (2023) DOI: 10.1038/s41579-022-00846-2
“
Energie, Funktion und Struktur sind auf jeder Ebene der menschlichen Erfahrungswelt untrennbar miteinander verbunden.
MOJO

War das hilfreich?

Niemand hat die Wahrheit allein. Fehlt etwas oder stimmt etwas nicht? Schreib es in einen Kommentar. Wie wir arbeiten

KommentareAls Erste schreiben

0/2000

Dein Kommentar wird nach E-Mail-Bestätigung sichtbar.