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Fachbeitrag · Diagnosen & Krankheitsbilder

Vagaler Reflex bei ME/CFS: wie der Vagusnerv Entzündung bremst

Dr. Gerrit Kefersteinaktualisiert 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • Beim Entzündungsreflex meldet der Vagus Entzündung an den Hirnstamm und bremst über Milz und Acetylcholin die Ausschüttung von TNF (Tier, Tracey 2002; Pavlov und Tracey 2012).
  • Bei ME/CFS ist die Herzratenvariabilität im Mittel niedriger als bei Gesunden, auch im Schlaf (Mensch, Meeus et al. 2013; Boneva et al. 2007).
  • Dass ein entzündeter oder fehlgesteuerter Vagus das Krankheitsverhalten bei ME/CFS aufrechterhält, ist eine Hypothese, nicht belegt (Modell nach VanElzakker 2013).

„Was ist ein vagaler Reflex, und hat mein Vagusnerv etwas mit der Entzündung bei ME/CFS zu tun?“

Du hast ME/CFS, und dein Körper fühlt sich an wie bei einer Grippe, die nie ganz geht: erschöpft, empfindlich, schmerzend, mit Nebel im Kopf. Irgendwann liest du, der Vagusnerv sei die Bremse des Immunsystems. Und du fragst dich, ob deine Bremse kaputt ist oder ob der Nerv selbst entzündet sein könnte.

Die mechanische Sicht fragt nach einem messbaren Schaden: Ist der Nerv verletzt, gibt es eine Entzündung im Labor, ein auffälliges Bild? Das ist richtig, denn Nervenschäden, Infektionen und andere Ursachen müssen erkannt werden. Und trotzdem: Bei ME/CFS sind Nerven und Laborwerte meist unauffällig, und die Beschwerden bleiben.

Die energetische Sicht sagt: Dein Nervensystem ist aus dem Gleichgewicht, es braucht Ruhe und Verbindung, damit es wieder fließt. Sie spürt richtig, dass Sicherheit und Beziehung den Körper verändern. Und trotzdem: Sie erklärt nicht, über welchen Weg ein Gefühl von Sicherheit bis zu den Abwehrzellen in der Milz kommt.

Die biologische Sicht fragt: Welche Meldungen bekommt dein Hirnstamm über den Vagus, und warum gibt er das Signal „Gefahr vorbei“ nicht?

Oft heißt es: „Krankes muss man zerstören oder blockieren.“ Entzündung muss nicht nur blockiert werden. Der Körper hat eine eigene Bremse, und die hängt davon ab, ob das Nervensystem Sicherheit meldet.

Was im Körper passiert

Stell dir den Vagus als Telefonleitung zwischen deinen Organen und deinem Hirnstamm vor, auf der vor allem die Organe sprechen. Rund vier von fünf Fasern laufen aufwärts (Mensch und Tier, Breit et al. 2018). Sie melden unter anderem, ob irgendwo Entzündungsbotenstoffe auftauchen, etwa TNF, ein Botenstoff, mit dem Abwehrzellen Alarm schlagen.

Der Hirnstamm antwortet über die absteigenden Fasern. Das Signal läuft über einen Nervenknoten im Bauch zur Milz. Dort setzen spezielle Abwehrzellen Acetylcholin frei, und das bremst die Fresszellen, weniger TNF auszuschütten (Tier, Tracey 2002; Pavlov und Tracey 2012). Das ist der Entzündungsreflex: Der Körper meldet Entzündung und bremst sie selbst, damit sie nicht über das Ziel hinausschießt.

Wozu dient das? Eine Entzündung soll schnell starten und genauso schnell enden. Der Vagus ist eine der Leitungen, über die das Nervensystem dem Immunsystem sagt, ob die Gefahr vorbei ist. Bei ME/CFS ist die Herzratenvariabilität im Mittel niedriger (Mensch, Meeus et al. 2013), das Nervensystem hält die Bremse also locker. Ob das auch die Entzündungsbremse betrifft, ist nicht direkt gemessen. Im Bild des Schutzmodus, in der Forschung Cell Danger Response, wäre das kein Defekt, sondern ein Körper, der weiter Gefahr misst.

Wer „vagaler Reflex“ sucht, findet meist eine knappe Definition aus der Verdauungsphysiologie. Seit Kevin Tracey 2002 zeigte, dass der Vagusnerv auch Entzündung bremsen kann, hat der Begriff eine zweite Bedeutung bekommen: Nervensystem und Immunsystem sind über einen Reflex verbunden. Für ME/CFS ist das wichtig, weil dort beides zusammenkommt, ein Nervensystem, das schwer zur Ruhe findet, und Hinweise auf ein Immunsystem, das nicht abschaltet. Dieser Fachbeitrag erklärt die vagalen Reflexe und ordnet ein, was davon bei ME/CFS belegt ist. Wie sich das Nervensystem bei ME/CFS im Alltag zeigt und was die HRV verrät, beschreibt die Seite ME/CFS und Vagusnerv: Nervensystem, HRV und was Studien zeigen.

Vagale Reflexe: vagovagal, vasovagal und inflammatorisch

Ein Reflex ist eine automatische Antwort, ohne dass du entscheiden musst. Beim vagalen Reflex läuft mindestens ein Teil der Schleife über den Vagusnerv, den zehnten Hirnnerv, der vom Hirnstamm bis in den Bauch zieht. Drei Reflexe werden oft verwechselt.

Vagovagaler Reflex: Hier laufen Meldung und Antwort beide über den Vagus. Wenn Nahrung in den Magen kommt, melden Dehnungsfühler das an den Hirnstamm, und der lässt den oberen Magen über den Vagus erschlaffen. So kann der Magen eine Mahlzeit aufnehmen, ohne dass der Druck steigt. Ähnliche Schleifen steuern die Bewegung von Magen und Darm (Tier und Mensch, Travagli et al. 2006).

Vasovagale Reaktion: Bei Schreck, Schmerz oder langem Stehen kann der Vagus Herzschlag und Blutdruck plötzlich bremsen, es wird schwarz vor Augen, manchmal folgt eine kurze Ohnmacht. Eine erste Ohnmacht oder eine Ohnmacht mit Brustschmerz oder Atemnot gehört in ärztliche Abklärung, im akuten Fall über die 112.

Inflammatorischer Reflex: Die Meldung kommt aus dem Immunsystem, die Antwort bremst Entzündung. Um diesen Reflex geht es in diesem Beitrag, weil er Nervensystem und Immunsystem verbindet.

Der Entzündungsreflex nach Tracey

Kevin Tracey beschrieb 2002 in der Zeitschrift Nature, dass der Vagusnerv Entzündung nicht nur meldet, sondern auch dämpft. In Tierversuchen senkte die elektrische Reizung des Vagus die Menge an TNF im Blut deutlich (Tier, Tracey 2002).

Der Meldeweg: Sensoren an den aufsteigenden Vagusfasern reagieren auf Entzündungsbotenstoffe in den Organen und melden sie an den Hirnstamm. Das ist schnell, schneller als der Weg über das Blut.

Der Antwortweg: Der Hirnstamm schickt das Signal über den Vagus zu einem Nervenknoten im Bauch und von dort über den Milznerv zur Milz. Dort geben bestimmte T-Zellen Acetylcholin ab. Acetylcholin bindet an einen Rezeptor auf Fresszellen, den alpha7-nikotinischen Acetylcholinrezeptor, und die Fresszellen schütten weniger Entzündungsbotenstoffe aus (Tier, Pavlov und Tracey 2012).

Was das bedeutet: Immunregulation ist auch eine Aufgabe des Nervensystems. Fachleute nennen den Weg den cholinergen antientzündlichen Signalweg. Der größte Teil dieses Wissens stammt aus Tierversuchen; beim Menschen wird er vor allem über Nervenstimulation in Studien geprüft. Mehr dazu beschreibt die Seite Vagusnerv: Funktion, Symptome und was ihn wirklich stimuliert.

Vagusnerv bei ME/CFS: was Studien zeigen

Die Arbeit des Vagus lässt sich nicht direkt messen, aber am Herzschlag ablesen: an der Herzratenvariabilität, kurz HRV, also daran, wie fein das Herz seinen Takt von Schlag zu Schlag anpasst. Eine systematische Übersicht fand bei ME/CFS im Mittel eine niedrigere HRV als bei Gesunden (Mensch, Meeus et al. 2013). In einer Bevölkerungsstudie blieben Puls höher und HRV niedriger auch im Schlaf, also dann, wenn der Körper sich eigentlich erholt (Mensch, Boneva et al. 2007).

Das zeigt ein Nervensystem, das die Bremse am Herzen locker hält. Ob dieselbe Lockerung auch die Entzündungsbremse in der Milz betrifft, wurde bei ME/CFS nicht direkt untersucht. Die Verbindung ist plausibel, weil beide Bremsen über denselben Nerv laufen, aber sie ist ein Schluss, kein Befund.

Wie sich das im Alltag anfühlt, was die HRV verrät und warum jede Übung unter der PEM-Grenze bleiben muss, beschreibt die Seite ME/CFS und Vagusnerv: Nervensystem, HRV und was Studien zeigen.

Krankheitsverhalten: wenn Entzündung das Gehirn erreicht

Der Vagus meldet Entzündung nicht nur, damit sie gebremst wird. Das Gehirn antwortet auch mit einem Verhaltensprogramm, das Fachleute Krankheitsverhalten nennen, englisch Sickness Behavior: Erschöpfung, Rückzug, weniger Appetit, mehr Schmerzempfindlichkeit, langsameres Denken (Tier und Mensch, Dantzer et al. 2008).

Bei einem Infekt ist das sinnvoll. Der Körper spart Energie für die Abwehr und hält dich von anderen fern. Viele Menschen mit ME/CFS erkennen in dieser Liste ihren Alltag wieder. Der Unterschied: Bei einem Infekt endet das Programm mit der Genesung. Bei ME/CFS scheint es weiterzulaufen, obwohl die auslösende Infektion vorbei ist. Warum das so ist, ist nicht geklärt.

Ist der Vagusnerv entzündet? Die Hypothese von VanElzakker

Eine echte Entzündung des Vagusnervs, etwa durch ein Virus, ist selten und zeigt sich meist mit Heiserkeit, Schluckbeschwerden oder Herzrhythmusstörungen. Das ist etwas anderes als das Bild bei ME/CFS.

VanElzakker (2013) hat eine Hypothese für ME/CFS formuliert: Wenn Erreger oder Entzündung in der Nähe der Vagusfasern bestehen bleiben, etwa in Nervenknoten, könnten die Sensoren des Vagus dauerhaft Entzündung melden. Das Gehirn würde dann das Krankheitsverhalten weiterlaufen lassen, auch wenn im Blut wenig zu sehen ist (Modell nach VanElzakker).

Die Hypothese ist plausibel, aber nicht belegt. Es gibt keine Studien, die bei ME/CFS Entzündung am Vagus selbst nachgewiesen haben. Sie ist ein Erklärungsversuch dafür, warum das Signal „Gefahr“ nicht verstummt.

Sicherheit als Signal: Polyvagaltheorie und was belegt ist

Viele Texte zum Vagus berufen sich auf die Polyvagaltheorie von Stephen Porges, nach der ein jüngerer Teil des Vagus soziale Verbindung und Sicherheit steuert. Das Bild ist im Alltag hilfreich, und viele Betroffene erleben, dass sichere, ruhige Kontakte ihnen guttun. Mehrere Grundannahmen der Theorie gelten in der Neurowissenschaft aber als widerlegt oder unbelegt, etwa die Annahme zweier getrennter Vagussysteme mit eigener Entwicklungsgeschichte (Grossman 2023).

Belegt ist etwas Schlichteres: Der Vagus trägt Meldungen über den Zustand des Körpers, und langsames Ausatmen verändert seinen Einfluss auf das Herz messbar. Bei ME/CFS gilt dabei dieselbe Grenze wie für jede Aktivität: Was Kraft kostet, kann PEM auslösen. Die britische Leitlinie NICE NG206 setzt darum auf Pacing, also darauf, innerhalb der eigenen Energiegrenze zu bleiben (Kingdon et al. 2022).

Praxisrelevanz

Der Entzündungsreflex verändert den Blick auf Entzündung. Sie ist kein Feuer, das nur von außen gelöscht werden kann. Der Körper hat eine eigene Bremse, und die hängt mit davon ab, was das Nervensystem über die Lage meldet. Für Menschen mit ME/CFS heißt das nicht, dass sie die Entzündung durch Entspannung beenden könnten. Es heißt, dass Sicherheit für den Körper ein Signal ist, das biologisch ankommt.

Praktisch bleibt die wichtigste Grenze die PEM. Alles, was den Vagus ansprechen soll, ob langsames Atmen oder Nervenstimulation am Ohr, die in Studien geprüft wird, muss so leicht sein, dass es am nächsten Tag keinen Einbruch auslöst.

zum Merken
Entzündung braucht nicht nur einen Startknopf, sondern auch ein Signal „Gefahr vorbei“. Einen Teil davon sendet der Vagus.

Das Fundament dahinter

In jeder Zelle sind Mitochondrien Sensor und Effektor: Sie spüren, ob Herausforderung oder Gefahr ansteht, und stellen danach Energie bereit oder schalten in den Schutzmodus, in der Forschung Cell Danger Response.

Drei Systeme antworten gemeinsam: Stoffwechsel, Nervensystem und Immunsystem; was in der Zelle passiert, passiert im ganzen System.

Was sich oft genug wiederholt, bleibt: Über das Körpergedächtnis werden aus Zuständen Eigenschaften, in beide Richtungen.

Von den sechs Ärzten der Regeneration spricht hier vor allem Dr. Nahrung; die ärztliche Behandlung läuft weiter.

Deine Entscheidung

Deine Entscheidung. Wenn du verstehen möchtest, wie dein Nervensystem auf deinen Alltag antwortet, kannst du ein paar Tage lang drei Dinge beobachten: wann dein Herz in Ruhe schneller schlägt als sonst, ob nach Gesprächen, Lärm oder Streit eher Erschöpfung oder eher grippiges Krankheitsgefühl folgt, und ob ruhige, sichere Momente ohne Anstrengung etwas verändern. Diese Notizen helfen dir und deiner Ärztin, Nervensystem und Belastungsgrenze besser einzuordnen.

Vor jedem Ausprobieren kannst du dich fragen:

  1. Ist es biologisch plausibel?
  2. Ist das Risiko klein?
  3. Hat deine Ärztin geklärt, dass keine Gefahr dahintersteckt?
  4. Kannst du es an dir beobachten?

Was wir nicht wissen: Der Entzündungsreflex ist vor allem im Tierversuch beschrieben. Beim Menschen gibt es Studien mit Vagusstimulation bei einzelnen entzündlichen Erkrankungen, aber nicht bei ME/CFS. Die HRV ist ein indirekter Marker und hängt auch von Alter, Fitness, Atmung und Medikamenten ab; eine niedrige HRV bei ME/CFS zeigt nicht, dass die Entzündungsbremse schwächer greift. Die Hypothese von VanElzakker ist nicht durch Untersuchungen am menschlichen Vagusnerv bestätigt. Ob Maßnahmen, die die HRV verändern, die Beschwerden bei ME/CFS beeinflussen, ist nicht ausreichend untersucht.

Zum Nachschlagen

Begriffe fürs Arztgespräch
  • Mein Körper bremst Entzündung über den Vagus: inflammatorischer Reflex, cholinerger antiinflammatorischer Signalweg
  • Wie fein mein Herz den Takt anpasst: Herzratenvariabilität (HRV), Vagotonus
  • Ich fühle mich wie bei einer Grippe, die nicht geht: Sickness Behavior, Krankheitsverhalten
  • Mir wird beim Stehen schwarz vor Augen: vasovagale Reaktion, orthostatische Intoleranz
  • Der Magen entspannt sich beim Essen nicht richtig: vagovagaler Reflex, gastrale Akkommodation
  • Ein bis zwei Tage nach Anstrengung breche ich ein: Post-Exertional Malaise (PEM)
Wer klärt was

Ob eine Krankheit dahintersteckt und wie sie behandelt wird, klärt deine Ärztin. Seelische Last gehört zu deiner Therapeutin. Was du im Alltag für deine Regeneration tust, begleitet ein Mentor. Entscheiden tust du.

Ob eine Krankheit dahintersteckt und wie sie behandelt wird, klärt deine Ärztin. Nimm deine Beobachtungen und die Fragen aus diesem Artikel mit; was du für deine Regulation tust, läuft parallel weiter.

Häufige Fragen (4)

Was ist der vagovagale Reflex?

Ein Reflexbogen, bei dem Meldung und Antwort beide über den Vagusnerv laufen. Das bekannteste Beispiel: Kommt Nahrung in den Magen, melden Dehnungsfühler das an den Hirnstamm, und der lässt den oberen Magen erschlaffen, damit er die Mahlzeit aufnehmen kann (Travagli et al. 2006).

Was ist der Unterschied zwischen vagovagal und vasovagal?

Vagovagal beschreibt eine Schleife, bei der beide Wege im Vagus laufen, vor allem bei der Verdauung. Vasovagal beschreibt eine Reaktion, bei der der Vagus Herzschlag und Blutdruck plötzlich bremst, etwa bei Schreck oder langem Stehen, bis hin zur kurzen Ohnmacht. Eine Ohnmacht gehört in ärztliche Abklärung.

Kann der Vagusnerv entzündet sein?

Eine echte Entzündung des Vagusnervs ist selten und zeigt sich meist mit Heiserkeit, Schluckbeschwerden oder Herzrhythmusstörungen. Für ME/CFS gibt es die Hypothese, dass anhaltende Entzündungssignale an den Vagusfasern das Krankheitsgefühl aufrechterhalten (VanElzakker 2013). Belegt ist das nicht.

Kann man den Entzündungsreflex bei ME/CFS stärken?

Langsames Atmen verändert den Einfluss des Vagus auf das Herz messbar, und Nervenstimulation am Ohr wird in Studien geprüft. Dass sich damit die Entzündung oder die Beschwerden bei ME/CFS verändern, ist nicht belegt. Was du ausprobierst, sollte so leicht sein, dass es keine PEM auslöst (Kingdon et al. 2022).
Quellen (4)
  • The inflammatory reflex
    Tracey K.J. – Nature (2002) DOI: 10.1038/nature01321
  • From inflammation to sickness and depression: when the immune system subjugates the brain
    Dantzer R, O'Connor JC, Freund GG et al. – Nature Reviews Neuroscience (2008) DOI: 10.1038/nrn2297
  • Chronic fatigue syndrome from vagus nerve infection: A psychoneuroimmunological hypothesis
    VanElzakker MB – Medical Hypotheses (2013) DOI: 10.1016/j.mehy.2013.05.034
  • ME/CFS and Long COVID share similar symptoms and biological abnormalities: road map to the literature
    Komaroff A.L., Lipkin W.I. – Frontiers in Medicine (2023) DOI: 10.3389/fmed.2023.1187163

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