Prostaglandin D2 (PGD2)
Prostaglandin D2 (PGD2) · Prostaglandin D2 (PGD2) ist ein Lipidmediator aus der Eicosanoid-Familie, der primär von aktivierten Mastzellen produziert wird. Es wirkt über zwei Rezeptoren - DP1 und DP2 (CRTH2) - und vermittelt Vasodilatation (Flushing), Bronchokonstriktion, Schleimsekretion und Immunzellrekrutierung. PGD2 ist zugleich ein zentraler Schlafmediator im Gehirn.
PGD2 entsteht aus Arachidonsäure über den Cyclooxygenase-Weg (COX-1/COX-2) und die anschließende Wirkung der Prostaglandin-D-Synthase (L-PGDS im ZNS, H-PGDS in Mastzellen). In aktivierten Mastzellen ist PGD2 das mengenmäßig dominierende Prostaglandin.
Die zwei Rezeptorwege:
DP1-Rezeptor:
Vorkommen: Gefäßendothel, Schleimhäute, Thrombozyten, ZNS.
Wirkungen: Vasodilatation ( -> Flushing, Hautrötung, Blutdruckabfall), Schleimsekretion, Thrombozytenhemmung. Im ZNS: DP1 vermittelt die schlaffördernde Wirkung von PGD2 - es ist einer der potentesten endogenen Schlafinduktoren.
DP2-Rezeptor (CRTH2):
Vorkommen: Th2-Zellen, Eosinophile, Basophile, ILC2-Zellen.
Wirkungen: Chemotaxis und Aktivierung von Th2-Zellen und Eosinophilen -> verstärkt die Typ-2-Entzündung (allergische Entzündung). Fördert die Produktion von IL-4, IL-5 und IL-13.
Metabolismus:
PGD2 wird rasch zum stabilen Metaboliten 9α,11β-PGF2 und weiter zu Δ12-PGJ2 und 15-Deoxy-Δ12,14-PGJ2 (15d-PGJ2) metabolisiert. 15d-PGJ2 ist ein endogener PPARγ-Ligand mit antientzündlichen Eigenschaften - ein Beispiel dafür, wie ein pro-inflammatorischer Mediator in einen antiinflammatorischen Metaboliten umgewandelt wird.
Diagnostische Bedeutung:
Erhöhte PGD2-Metaboliten (insbesondere 11β-PGF2α) im Urin gelten als Marker für systemische Mastzellaktivierung und werden in der Diagnostik von MCAS und systemischer Mastozytose eingesetzt.
, Die MOJO Perspektive
PGD2 veranschaulicht den regenerationsmedizinischen Grundsatz, dass Entzündungsmediatoren nicht einseitig 'schlecht' sind: Derselbe Mediator, der Flushing und allergische Entzündung verursacht, produziert auch den antientzündlichen Metaboliten 15d-PGJ2 und reguliert den Schlaf. Die Regenerationsmedizin fragt daher nicht 'wie unterdrücken wir PGD2?', sondern 'wie stellen wir die Balance zwischen pro- und antiinflammatorischen Signalen wieder her?' Gesundheit entsteht, wenn die Mitochondrien genug Lebensenergie produzieren und diese Energie über Nervensystem, Immunsystem und Stoffwechsel optimal verteilt wird. Wie man das erreicht, vermitteln wir im Kurs LEBENSENERGIE für Betroffene und in der Grundausbildung Regenerationsmedizin für Fachkräfte.
Das Wichtigste in Kürze
- 1PGD2 ist das mengenmäßig dominierende Prostaglandin aktivierter Mastzellen.
- 2Zwei Rezeptorwege: DP1 (Vasodilatation, Schlaf) und DP2/CRTH2 (Immunzellrekrutierung, Th2-Entzündung).
- 3Erhöhte PGD2-Metaboliten im Urin gelten als diagnostischer Marker für systemische Mastzellaktivierung.
- 4Der Metabolit 15d-PGJ2 ist ein endogener PPARγ-Ligand mit antientzündlichen Eigenschaften.
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Quellen & Referenzen
- Prostaglandin D2(PGD2); prostaglandin D2 receptor (CRTH2; GPR44; CD294); prostaglandin D2 synthase (PTGDS)
Wie wir Evidenz bewerten
Wir betrachten Evidenz als Gesamtbild: Mechanistische Studien, Beobachtungsdaten, klinische Erfahrung und – wenn verfügbar – randomisierte Studien fließen gemeinsam in unsere Bewertung ein. Jede Aussage benennt transparent ihre Evidenzbasis.
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Arzt · Regenerationsmedizin · Gründer des MOJO Instituts
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