Quercetin
Quercetin — Quercetin ist ein natürlich vorkommendes Flavonoid aus der Untergruppe der Flavonole, das in vielen Obst- und Gemüsesorten vorkommt. Es besitzt mastzellstabilisierende, antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften und wird in der Forschung als potenzieller Mastzellstabilisator und Modulator von Entzündungsprozessen untersucht.
Quercetin gehört zur Familie der Polyphenole und ist eines der am häufigsten vorkommenden Flavonoide in der menschlichen Ernährung. Hohe Konzentrationen finden sich in Zwiebeln, Kapern, Äpfeln, Brokkoli, Beeren und grünem Tee.
Wirkmechanismen: Quercetin entfaltet seine biologische Wirkung über mehrere Signalwege:
- Mastzellstabilisierung: Quercetin hemmt in vitro die Degranulation von Mastzellen, indem es den Kalziumeinstrom reduziert und die Protein-Kinase-C-Aktivität moduliert. Damit sinkt die Freisetzung von Histamin, Tryptase, Leukotrienen und Prostaglandinen.
- Antioxidative Wirkung: Als starkes Antioxidans neutralisiert Quercetin freie Radikale (ROS), schützt Lipide vor Peroxidation und regeneriert andere Antioxidantien wie Vitamin C und Vitamin E.
- NF-κB-Hemmung: Quercetin hemmt den NF-κB-Signalweg, einen zentralen Schalter für Entzündungsgene. Dadurch werden pro-inflammatorische Zytokine (TNF-α, IL-6, IL-1β) herunterreguliert.
- COX-2- und LOX-Hemmung: Die Hemmung von Cyclooxygenase-2 und Lipoxygenase reduziert die Prostaglandin- und Leukotrien-Synthese.
Bioverfügbarkeit: Die orale Bioverfügbarkeit von Quercetin ist eine der größten Herausforderungen: Sie beträgt in reiner Form nur etwa 2 - 17 %. Quercetin ist lipophil und wird im Darm schlecht absorbiert. Verschiedene Ansätze verbessern die Bioverfügbarkeit: Kombination mit Vitamin C oder Bromelain, liposomale Formulierungen und Quercetin-Phytosomen (Quercetin gebunden an Phospholipide). In Studien zeigten phytosomale Formulierungen eine bis zu 20-fach höhere Plasmakonzentration im Vergleich zu unformuliertem Quercetin.
Forschungsstand: Quercetin ist eines der am intensivsten erforschten Flavonoide mit über 15.000 Publikationen. Die Evidenz basiert überwiegend auf In-vitro-Studien und Tiermodellen. Klinische Studien am Menschen zeigen vielversprechende Ergebnisse, insbesondere bei allergischen Erkrankungen und Entzündungsprozessen, die Datenlage ist jedoch noch begrenzt.
— Die MOJO Perspektive
Quercetin verkörpert den regenerationsmedizinischen Ansatz der Multi-Target-Intervention: Statt einen einzelnen Signalweg zu blockieren, moduliert es Mastzellen, oxidativen Stress und NF-κB gleichzeitig. Die Herausforderung der Bioverfügbarkeit zeigt, warum die Regenerationsmedizin nicht nur fragt 'was?', sondern auch 'wie wird es bioverfügbar?' - also die zelluläre Aufnahme als Teil der Intervention betrachtet.
Das Wichtigste in Kürze
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— Erkennen · Verstehen · Verändern
Erkennen
Verstehen
Verändern

Arzt · Regenerationsmedizin · Gründer des MOJO Instituts
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