ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom)
ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom) · ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom) ist eine schwere, chronische, multisystemische neuroimmunologische Erkrankung, deren Kardinalsymptom die Post-Exertional Malaise (PEM) ist. ME/CFS existiert seit Jahrzehnten und teilt mit Long COVID identische biologische Abnormitäten.
ME/CFS – auch Myalgische Enzephalomyelitis, Chronisches Fatigue-Syndrom oder Systemische Belastungsintoleranzerkrankung (SEID) genannt – ist eine der am stärksten unterschätzten und stigmatisierten Erkrankungen der modernen Medizin.
Kardinalsymptome:
- Post-Exertional Malaise (PEM): Disproportionale Verschlechterung nach Belastung, 24–72 Stunden verzögert
- Schwere Fatigue: Nicht durch Schlaf besserbar, dauerhaft einschränkend
- Kognitive Dysfunktion (Brain Fog): Konzentrationsstörungen, Wortfindungsstörungen
- Orthostatische Intoleranz: POTS, Schwindel beim Aufstehen
- Nicht erholsamer Schlaf
Biologische Grundlage:
Komaroff & Lipkin (2023) zeigten in einem umfassenden Review, dass ME/CFS und Long COVID identische biologische Abnormitäten teilen: Neuroinflammation, autonome Dysfunktion, mitochondriale Dysfunktion, Autoantikörper, EBV-Reaktivierung, gestörte NK-Zell-Funktion und metabolische Anomalien.
Historischer Kontext:
ME/CFS existiert seit den 1930er-Jahren – dokumentierte Ausbrüche nach Enterovirus-, EBV- und Influenza-Epidemien. Die Erkrankung wurde jahrzehntelang als „psychosomatisch" abgetan. Long COVID hat die biologische Forschung zu postinfektiösen Syndromen massiv beschleunigt.
Überlappung mit Long COVID:
Viele Long-COVID-Patienten erfüllen nach 6–12 Monaten die diagnostischen Kriterien für ME/CFS. Ob Long COVID eine Unterform von ME/CFS ist, ME/CFS eine Unterform von Long COVID, oder beides Manifestationen eines gemeinsamen postinfektiösen Mechanismus – das ist Gegenstand aktiver Forschung.
, Die MOJO Perspektive
ME/CFS ist die „große Schwester" von Long COVID – oder umgekehrt. In der Regenerationsmedizin betrachten wir beide als Ausdruck desselben übergeordneten Problems: eine postinfektiöse, multisystemische Regulationsstörung, bei der Immunsystem, Nervensystem und Stoffwechsel gleichzeitig aus dem Gleichgewicht geraten. Long COVID hat ME/CFS endlich die Aufmerksamkeit gebracht, die die Erkrankung seit Jahrzehnten verdient. Gesundheit entsteht, wenn die Mitochondrien genug Lebensenergie produzieren und diese Energie über Nervensystem, Immunsystem und Stoffwechsel optimal verteilt wird. Wie man das erreicht, vermitteln wir im Kurs LEBENSENERGIE für Betroffene und in der Grundausbildung Regenerationsmedizin für Fachkräfte.
Das Wichtigste in Kürze
- 1ME/CFS und Long COVID teilen identische biologische Abnormitäten (Komaroff & Lipkin, 2023).
- 2Post-Exertional Malaise (PEM) ist das diagnostische Kardinalsymptom.
- 3ME/CFS existiert seit Jahrzehnten – ausgelöst durch EBV, Enteroviren, Influenza und andere Erreger.
- 4Long COVID hat die biologische Forschung zu postinfektiösen Syndromen massiv beschleunigt.
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Quellen & Referenzen
- ME/CFS and Long COVID share similar symptoms and biological abnormalities: road map to the literature
- High-dimensional characterization of post-acute sequelae of COVID-19
Wie wir Evidenz bewerten
Wir betrachten Evidenz als Gesamtbild: Mechanistische Studien, Beobachtungsdaten, klinische Erfahrung und – wenn verfügbar – randomisierte Studien fließen gemeinsam in unsere Bewertung ein. Jede Aussage benennt transparent ihre Evidenzbasis.
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Arzt · Regenerationsmedizin · Gründer des MOJO Instituts
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