Coenzym Q10 (Ubichinon)
Coenzym Q10 (Ubichinon) — Coenzym Q10 (CoQ10), auch Ubichinon genannt, ist ein fettloesliches Molekuel in der inneren Mitochondrienmembran. Es dient als mobiler Elektronentraeger, der Elektronen von Komplex I und Komplex II der Atmungskette zu Komplex III shuttelt. In seiner reduzierten Form (Ubiquinol) wirkt es als lipophiles Antioxidans, das Membranlipide und Lipoproteine vor oxidativen Schaeden schuetzt. Der Koerper synthetisiert CoQ10 selbst, die Eigenproduktion nimmt jedoch mit dem Alter ab.
Der Name Ubichinon leitet sich von ubiquitaer (allgegenwaertig) ab - CoQ10 kommt in jeder Koerperzelle vor. Die Zahl 10 bezieht sich auf die zehn Isopreneinheiten in der Seitenkette, die das Molekuel in der Lipiddoppelschicht der Mitochondrienmembran verankern.
Die zwei Funktionen von CoQ10:
- Elektronentransport (als Ubichinon/Ubiquinol):
- CoQ10 nimmt Elektronen von Komplex I (aus NADH) und Komplex II (aus FADH2) auf und wird dabei von Ubichinon (oxidiert) zu Ubiquinol (reduziert) umgewandelt.
- Ubiquinol gibt die Elektronen an Komplex III (Cytochrom-bc1-Komplex) ab und wird wieder zu Ubichinon oxidiert.
- Dieser Shuttle-Mechanismus ist essenziell, weil CoQ10 als fettloesliches Molekuel frei in der Membran diffundieren kann - es verbindet die fest verankerten Komplexe miteinander.
- Ohne CoQ10 gaebe es keine Verbindung zwischen Komplex I/II und Komplex III - die Atmungskette waere an dieser Stelle unterbrochen.
- Antioxidative Funktion (als Ubiquinol):
- Ubiquinol (die reduzierte Form) ist das staerkste lipophile Antioxidans, das der Koerper selbst produziert.
- Es schuetzt Membranphospholipide vor Lipidperoxidation durch reaktive Sauerstoffspezies (ROS).
- Es regeneriert Vitamin E (Alpha-Tocopherol) aus seinem oxidierten Radikal zurueck in die aktive Form.
- Es schuetzt mitochondriale DNA vor oxidativen Schaeden - besonders relevant, da mtDNA nicht durch Histone geschuetzt ist.
- Es schuetzt LDL-Partikel im Blut vor Oxidation, was fuer die Gefaessgesundheit relevant ist.
Die CoQ10-Biosynthese:
- Der Koerper synthetisiert CoQ10 ueber den Mevalonat-Weg - denselben Weg, der auch Cholesterin produziert.
- Die Synthese erfordert mehrere Enzyme und Cofaktoren, darunter Vitamin B6, Folsaeure, Vitamin B12 und mehrere Spurenelemente.
- Die koerpereigene Produktion erreicht ihren Hoehepunkt um das 20. Lebensjahr und nimmt danach kontinuierlich ab. Im Herzmuskel kann der CoQ10-Gehalt im Alter um bis zu 50 Prozent sinken.
- Statine (HMG-CoA-Reduktase-Hemmer) blockieren den Mevalonat-Weg und reduzieren damit nicht nur die Cholesterinsynthese, sondern auch die CoQ10-Produktion. Dies wird als eine moegliche Erklaerung fuer die statinassoziierten Muskelbeschwerden (Myopathie) diskutiert.
CoQ10 in der Nahrung:
- Tierische Quellen (Herz, Leber, Sardinen, Makrele) enthalten relevante Mengen.
- Pflanzliche Quellen (Sojabohnen, Erdnuesse, Spinat) enthalten geringere Mengen.
- Die taegliche Aufnahme ueber die Ernaehrung liegt bei etwa 3 bis 6 mg - deutlich weniger als die koerpereigene Synthese (ca. 500 mg/Tag bei jungen Erwachsenen).
— Die MOJO Perspektive
CoQ10 illustriert ein Kernprinzip der Regenerationsmedizin: Die enge Verflechtung von Energieproduktion und zellulaeren Schutz. Ein Molekuel, das gleichzeitig Elektronen transportiert und oxidative Schaeden verhindert, zeigt, dass Energie und Schutz auf mitochondrialer Ebene nicht zu trennen sind. Das MOJO-Konzept der drei egoistischen Systeme wird hier sichtbar: Der Stoffwechsel braucht CoQ10 fuer die Energieproduktion, das Immunsystem profitiert vom antioxidativen Schutz, und das Nervensystem (mit seinem hohen Energiebedarf und seiner Anfaelligkeit fuer oxidativen Stress) ist auf beide Funktionen angewiesen.
Das Wichtigste in Kürze
- 1
- 2
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- 4
- 5
- 6
— Erkennen · Verstehen · Verändern
Erkennen
Verstehen
Verändern

Arzt · Regenerationsmedizin · Gründer des MOJO Instituts
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