Von der Erschöpfung zur Regulation – Laras Weg mit CFS/ME
Lara war Projektmanagerin, sportlich, belastbar – bis eine EBV-Infektion alles veränderte. Vier Jahre Ärztemarathon, eine Fehldiagnose Depression, ein Graded Exercise-Programm, das alles schlimmer machte. Dann der Perspektivwechsel: Ihr Nervensystem brauchte Regulation, nicht Willenskraft. Eine anonymisierte Geschichte.
Der Wendepunkt
Der Wendepunkt kam durch einen Long-COVID-Artikel, den eine Freundin ihr schickte. Darin stand ein Satz, der alles veränderte: 'ME/CFS und Long COVID teilen dieselben biologischen Abnormitäten – Neuroinflammation, autonome Dysfunktion, mitochondriale Insuffizienz.' (Komaroff & Lipkin, 2023)
Lara begann zu recherchieren. Sie fand heraus, dass ME/CFS keine psychische Erkrankung ist, sondern eine multisystemische Regulationsstörung. Dass ihr Nervensystem – nach der EBV-Infektion – in einem chronischen Fight-or-Flight-Zustand steckte. Dass die Sympathikus-Dominanz erklärte, warum sie nicht schlafen konnte, obwohl sie todmüde war. Dass die mitochondriale Dysfunktion erklärte, warum minimale Anstrengung zu Crashs führte.
Der eigentliche Wendepunkt war nicht eine einzelne Therapie, sondern ein Perspektivwechsel: Von 'Ich bin kaputt und muss repariert werden' zu 'Mein System ist dysreguliert und braucht Regulation'. Von 'Ich muss kämpfen' zu 'Ich muss mein Nervensystem aus dem Alarmmodus holen'.
Sie fand eine Ärztin, die ME/CFS als biologische Erkrankung verstand und bereit war, systemisch zu denken.
Heute
Nach 18 Monaten systematischer Regulation beschreibt Lara ihren Zustand als 'stabil, nicht geheilt'. Ihr Bell Score ist von 25 auf 55 gestiegen: Sie kann den Haushalt weitgehend selbstständig führen, kurze Spaziergänge machen und an guten Tagen ein paar Stunden konzentriert arbeiten – in Teilzeit, von zu Hause.
Sie läuft keinen Marathon mehr. Sie arbeitet nicht mehr 50 Stunden die Woche. Aber sie lebt – bewusster, achtsamer und in vieler Hinsicht ehrlicher als zuvor.
Die Verbesserung kam nicht durch eine einzelne Maßnahme, sondern durch die gleichzeitige Regulation von Nervensystem, Immunsystem und Stoffwechsel. Und durch die Akzeptanz, dass 'besser' nicht 'wie vorher' bedeuten muss.
Individuelle Verläufe sind sehr unterschiedlich – diese Geschichte ist kein typisches Ergebnis.
Lara sagt: 'CFS/ME hat mir eine Lektion erteilt, die ich anders nie gelernt hätte: Mein Körper ist kein Werkzeug, das ich benutze. Er ist ein System, das reguliert werden will. Das klingt einfach – aber es hat alles verändert.'
, Die MOJO Perspektive
In der Regenerationsmedizin ist Laras Geschichte ein typisches Beispiel für das, was wir als 'Regulationsstörung' bezeichnen. CFS/ME ist keine Organkrankheit – es ist ein Systemzustand, bei dem Nervensystem (Sympathikus-Dominanz, Vagus-Dysfunktion), Immunsystem (chronische Aktivierung, EBV-Reaktivierung) und Stoffwechsel (mitochondriale Insuffizienz) gleichzeitig dysreguliert sind und sich gegenseitig aufrechterhalten. Der Ansatz ist nicht 'ein Problem fixen', sondern 'drei Systeme gleichzeitig regulieren'. Und der erste Schritt ist immer derselbe: das Nervensystem aus dem Alarmmodus holen. Gesundheit entsteht, wenn die Mitochondrien genug Lebensenergie produzieren und diese Energie über Nervensystem, Immunsystem und Stoffwechsel optimal verteilt wird. Wie man das erreicht, vermitteln wir im Kurs LEBENSENERGIE für Betroffene und in der Grundausbildung Regenerationsmedizin für Fachkräfte.
, Erkennen · Verstehen · Verändern
Erkennen
Verstehen
Verändern
Häufige Fragen
Ist CFS/ME heilbar?
Warum hat GET bei Lara alles schlimmer gemacht?
Wie lange dauert eine Verbesserung bei CFS/ME?
Quellen & Referenzen
- ME/CFS and Long COVID share similar symptoms and biological abnormalities: road map to the literature
- How Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome (ME/CFS) Progresses: The Natural History of ME/CFSNacul L., Lacerda E.M., Campion P. et al. – Frontiers in Neurology (2020) DOI: 10.3389/fneur.2020.00826
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Arzt · Regenerationsmedizin · Gründer des MOJO Instituts
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