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ForschungsupdateTherapien & Interventionen

Hunger reduziert Entzündungen im Körper: Neue Erkenntnisse einer Studie

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Das Wichtigste in Kürze

In einer aktuellen Studie haben Wissenschaftler die Auswirkungen von Hunger auf Entzündungsreaktionen im Körper genauer untersucht. Dabei fanden sie heraus, dass Hunger eine starke entzündungshemmende Wirkung hat, die sogar stärker ist als gängige entzündungshemmende Medikamente.

Perspektivwechsel: In einer aktuellen Studie haben Wissenschaftler die Auswirkungen von Hunger auf Entzündungsreaktionen im Körper genauer untersucht. Dabei fanden sie heraus, dass Hunger eine starke entzündungshemmende Wirkung hat, die sogar stärker ist als gängige…

Dieser Artikel richtet sich an:

  • Ärzt:innen und Therapeut:innen, die neuroimmunologische Zusammenhänge in ihre Praxis integrieren möchten
  • Betroffene und Gesundheitsinteressierte, die aktuelle Forschung verstehen wollen
  • Fachkräfte in Ausbildung im Bereich Nervensystem & Neuroimmunologie

In einer aktuellen Studie haben Wissenschaftler die Auswirkungen von Hunger auf Entzündungsreaktionen im Körper genauer untersucht. Dabei fanden sie heraus, dass Hunger eine starke entzündungshemmende Wirkung hat, die sogar stärker ist als gängige entzündungshemmende Medikamente.

Die Forscher verwendeten ein Mausmodell, um die Auswirkungen von Hunger auf Entzündungen nach Verletzungen zu untersuchen. Sie stellten fest, dass Nahrungsentzug die Schwellung, die Temperatur und die Produktion von entzündlichen Zytokinen nach einer Verletzung deutlich reduzierte. Die entzündungshemmende Wirkung von Hunger war sogar stärker als die von nichtsteroidalen entzündungshemmenden Medikamenten (NSAIDs) wie Ketoprofen oder Ketorolac.

Interessanterweise stellten die Wissenschaftler fest, dass die entzündungshemmende Wirkung von Hunger über die Vagusnerven vermittelt wird. Der Vagusnerv ist Teil des autonomen Nervensystems und ermöglicht die Kommunikation zwischen dem Gehirn und verschiedenen Organen im Körper. Um die Rolle des Vagusnervs zu bestätigen, führten die Forscher eine Vagotomie durch, bei der sowohl die afferenten als auch die efferenten Vagusnerven durchtrennt wurden. Sie stellten fest, dass die entzündungshemmende Wirkung von Hunger durch diese Vagotomie abgeschwächt wurde.

Weitere Experimente zeigten, dass die Aktivierung von AgRP-Neuronen im Hypothalamus die entzündungshemmende Wirkung von Hunger nachahmen kann. AgRP-Neuronen sind spezialisierte Neuronen, die während des Hungers aktiviert werden und an der Regulation des Essverhaltens beteiligt sind. Die Forscher konnten zeigen, dass die Aktivierung bestimmter Projektionen dieser AgRP-Neuronen zu spezifischen Hirnarealen, insbesondere dem paraventrikulären Nucleus des Hypothalamus, die entzündungshemmende Wirkung von Hunger hervorruft.

Die Ergebnisse dieser Studie bieten neue Einblicke in die Mechanismen, durch die Hunger Entzündungen im Körper reduzieren kann. Indem wir die zugrunde liegenden neuralen Schaltkreise verstehen, die an der Entzündungshemmung beteiligt sind, könnten wir in Zukunft neue Therapien zur Bekämpfung von Entzündungen entwickeln.

Quelle

Klima, M.L., Kruger, K.A., Goldstein, N. et al. Anti-inflammatory effects of hunger are transmitted to the periphery via projection-specific AgRP circuits. Cell Reports (2023). DOI: https://doi.org/10.1016/j.celrep.2023.113338


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