Vegane Ernährung: Was Therapeuten wissen sollten
Immer mehr Patient:innen ernähren sich vegan – aus ethischen, ökologischen oder gesundheitlichen Gründen. Für Therapeuten und Ernährungsberater bedeutet das: Die biochemischen Besonderheiten pflanzlicher Ernährung müssen verstanden werden, um eine fundierte Beratung zu ermöglichen. Dieser Artikel liefert die klinisch relevanten Fakten.
Für wen ist das?
- Therapeuten und Ernährungsberater
Was du lernst
- 1Erweitertes Blutbild anfordern: Holotranscobalamin, MMA, Ferritin, Transferrinsättigung, 25(OH)D, Omega-3-Index, Zink, Homocystein
- 2B12-Status nicht nur über Serum-B12 beurteilen – MMA und Homocystein als funktionelle Marker einbeziehen
- 3Bioaktive vs. inaktive Formen verstehen: Methylcobalamin ≠ Cyanocobalamin, Retinol ≠ Beta-Carotin, D3 ≠ D2, EPA/DHA ≠ ALA
- 4BCO1-Polymorphismus bedenken: ~45 % der Bevölkerung konvertieren Beta-Carotin ineffizient zu Retinol
- 5Carninutrients als Differentialdiagnose bei Fatigue, kognitiver Trübung und Leistungsabfall in Betracht ziehen
- 6Zeitverlauf beachten: Subklinische Defizite entwickeln sich über Monate – die 'veganen Flitterwochen' können darüber hinwegtäuschen
- 7Supplementierungsqualität prüfen: Bioaktive Formen, adäquate Dosen, korrekte Kombinationen (Vitamin C + Eisen, zeitliche Trennung)
- 8Monitoring-Rhythmus festlegen: Alle 3–6 Monate Kontrolle der kritischen Parameter, engmaschiger bei Schwangerschaft oder Krankheit
- 9Kommunikation: Wertschätzung der Motivation, biochemische Erklärung, 'Vegan plus Biochemie' als Rahmen
- 10Risikogruppen besonders beachten: Schwangere, Stillende, Kinder, Leistungssportler, Patient:innen mit Autoimmunerkrankungen

Arzt · Regenerationsmedizin · Gründer des MOJO Instituts
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