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Glossar · Diagnosen & Krankheitsbilder

Mikrothromben (Fibrin-Amyloid-Mikrogerinnsel)

Auch: Fibrin-Amyloid-Mikrogerinnsel · Mikrogerinnsel · Micro-Clots · Amyloid-Fibrin
Dr. Gerrit Kefersteinaktualisiert 3 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • Fibrin-Amyloid-Mikrogerinnsel sind gegen normale Fibrinolyse resistent (Kell et al., 2022).
  • Das Spike-Protein kann Endothelzellen aktivieren und die Gerinnungskaskade triggern.
  • Mikrothromben in Kapillaren könnten Brain Fog, Fatigue und Atemnot bei Long COVID erklären.

Du hast Long COVID und Symptome wie Brain Fog, Atemnot und Muskelschmerzen, die auf eine Durchblutungsstörung hindeuten könnten? Mikrothromben in den kleinsten Gefäßen sind eine Hypothese, die zunehmend erforscht wird.

Was im Körper passiert

Bei Long COVID kann das Spike-Protein die Innenwand deiner Blutgefäße (Endothel) aktivieren und die Bildung anomaler Blutgerinnsel auslösen. Diese Mikrogerinnsel haben eine ungewöhnliche Struktur (Fibrin-Amyloid), die sie gegen die normale Auflösung resistent macht. In den kleinsten Gefäßen (Kapillaren) können sie die Durchblutung behindern – und damit die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung jedes betroffenen Organs.

Long-COVID gehört vor allem zum Immunsystem: Infekt und Entzündung.

Mikrothromben (Fibrin-Amyloid-Mikrogerinnsel): Mikrothromben sind winzige Blutgerinnsel, die in Kapillaren die Durchblutung behindern. Bei Long COVID wurden sogenannte Fibrin-Amyloid-Mikrogerinnsel nachgewiesen – anomale Fibrinstrukturen, die gegen normale Fibrinolyse resistent sind und persistierende Endotheliopathie anzeigen.

Mikrothromben bei Long COVID unterscheiden sich von normalen Blutgerinnseln: Sie bestehen aus anomalem Fibrin, das eine amyloide (fehlgefaltete) Struktur aufweist und gegen die normale Auflösung (Fibrinolyse) resistent ist.

Kell et al. (2022, Biochemical Journal) beschrieben dieses Phänomen als persistierende Endotheliopathie: Das Spike-Protein aktiviert Endothelzellen (Gefäßinnenwand) und die Gerinnungskaskade, was zur Bildung dieser abnormalen Mikrogerinnsel führt. Die Fibrin-Amyloid-Struktur macht sie für das körpereigene Auflösungssystem unsichtbar.

Klinische Konsequenz:
Mikrothromben können in kleinen Gefäßen (Kapillaren) die Durchblutung behindern – in jedem Organ. Die Hypothese: Wenn Kapillaren in Gehirn (Brain Fog), Muskeln (Fatigue, Schmerzen), Herz (Herzrasen) oder Lunge (Atemnot) verstopft sind, erklärt das die Vielfalt der Long-COVID-Symptome.

Diagnostik:
Der Nachweis erfolgt über Fluoreszenz-Mikroskopie von Blutplasma (Pretorius-Protokoll) – kein Routine-Test, aber in spezialisierten Laboren verfügbar.

Zum Nachschlagen

Wer klärt was

Ob eine Krankheit dahintersteckt und wie sie behandelt wird, klärt deine Ärztin. Seelische Last gehört zu deiner Therapeutin. Was du im Alltag für deine Regeneration tust, begleitet ein Mentor. Entscheiden tust du.

Ob eine Krankheit dahintersteckt und wie sie behandelt wird, klärt deine Ärztin. Nimm deine Beobachtungen und die Fragen aus diesem Artikel mit; was du für deine Regulation tust, läuft parallel weiter.

Quellen (2)
  • A central role for amyloid fibrin microclots in long COVID/PASC: origins and therapeutic implications
    Kell D.B., Laubscher G.J., Pretorius E. – Biochemical Journal (2022) DOI: 10.1042/bcj20220016
  • Persistent Circulating Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2 Spike Is Associated With Post-acute Coronavirus Disease 2019 Sequelae
    Swank Z., Senussi Y., Manickas-Hill Z. et al. – Clinical Infectious Diseases (2023) DOI: 10.1093/cid/ciac722
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