Dysautonomie ist in der Regenerationsmedizin ein Leitsymptom: Sie zeigt, dass das autonome Nervensystem seine Regulationsfähigkeit verloren hat. Die Therapie zielt auf die Wiederherstellung der autonomen Balance – über Vagus-Aktivierung, Pacing, und die Adressierung der zugrundeliegenden Immunaktivierung. Gesundheit entsteht, wenn die Mitochondrien genug Lebensenergie produzieren und diese Energie über Nervensystem, Immunsystem und Stoffwechsel optimal verteilt wird. Wie man das erreicht, vermitteln wir im Kurs LEBENSENERGIE für Betroffene und in der Grundausbildung Regenerationsmedizin für Fachkräfte.
Dysautonomie: Dysautonomie ist ein Sammelbegriff für Fehlfunktionen des autonomen (vegetativen) Nervensystems, das Herzfrequenz, Blutdruck, Verdauung, Temperaturregulation und andere unwillkürliche Körperfunktionen steuert.
Das autonome Nervensystem (ANS) reguliert alle unwillkürlichen Körperfunktionen: Herzfrequenz, Blutdruck, Verdauung, Pupillenweite, Schweißproduktion, Temperaturregulation und Blasenfunktion. Dysautonomie bezeichnet eine Fehlfunktion dieses Systems – und ist bei CFS/ME eine der häufigsten und am besten dokumentierten Manifestationen.
Die häufigsten Formen der Dysautonomie bei CFS/ME:
POTS (Posturales orthostatisches Tachykardie-Syndrom):
Herzfrequenzanstieg von ≥30 Schlägen/Min (oder >120 Schläge/Min) innerhalb von 10 Minuten nach dem Aufstehen – ohne entsprechenden Blutdruckabfall. Symptome: Schwindel, Herzrasen, Benommenheit, „Schwarzwerden vor den Augen", Übelkeit, kognitive Verschlechterung im Stehen. POTS betrifft einen erheblichen Anteil der CFS/ME-Betroffenen.
Orthostatische Intoleranz:
Unfähigkeit, längere Zeit aufrecht zu stehen oder zu sitzen, ohne Symptome zu entwickeln. Ursache: gestörte Blutdruckregulation durch den Baroreflex (ein vagus-vermittelter Mechanismus).
Gastrointestinale Dysmotilität:
Verlangsamte Magenentleerung (Gastroparese), Reizdarmsyndrom-ähnliche Symptome, Übelkeit. Der Vagusnerv innerviert etwa 80 % des Verdauungstrakts – eine Vagus-Dysfunktion betrifft direkt die Verdauung.
Gestörte Temperaturregulation:
Frieren oder Überhitzen ohne äußeren Anlass, Nachtschweiß, Unverträglichkeit von Hitze oder Kälte.
Komaroff und Lipkin (2023) identifizierten die autonome Dysfunktion als eines der konsistentesten biologischen Merkmale bei CFS/ME und Long COVID. Die Dysautonomie ist kein Nebenbefund – sie ist eine zentrale Manifestation der systemischen Dysregulation und für viele Betroffene der belastendste Aspekt der Erkrankung.
Das Fundament dahinter
In jeder Zelle sind Mitochondrien Sensor und Effektor: Sie spüren, ob Herausforderung oder Gefahr ansteht, und stellen danach Energie bereit oder schalten in den Schutzmodus, in der Forschung Cell Danger Response.
Drei Systeme antworten gemeinsam: Stoffwechsel, Nervensystem und Immunsystem; was in der Zelle passiert, passiert im ganzen System.
Was sich oft genug wiederholt, bleibt: Über das Körpergedächtnis werden aus Zuständen Eigenschaften, in beide Richtungen.
Von den sechs Ärzten der Regeneration spricht hier vor allem Dr. Nahrung; die ärztliche Behandlung läuft weiter.
Deine Entscheidung
Vor jedem Ausprobieren kannst du dich fragen:
- Ist es biologisch plausibel?
- Ist das Risiko klein?
- Hat deine Ärztin geklärt, dass keine Gefahr dahintersteckt?
- Kannst du es an dir beobachten?