Wissenschaft ist ein Prozess
Wissenschaft ist kein Gebäude fertiger Wahrheiten. Sie ist ein Prozess aus Fragen, Prüfen und Korrigieren. Jede Studie zeigt einen Ausschnitt: gemessen unter bestimmten Bedingungen, an bestimmten Menschen, mit bestimmten Methoden.
Darum ist jeder unserer Artikel eine Einladung zum Dialog und nicht das letzte Wort. Wir schreiben auf, was wir heute für gut begründet halten, und sagen dazu, wie sicher wir uns sind.
Vier Arten von Wissen
In jedem Fach gibt es vier Bereiche: was wir sicher wissen, was wir als offene Frage kennen, was wir können, ohne es benennen zu können, und was wir noch gar nicht sehen. Der vierte Bereich, die blinden Flecken, ist der unbequemste. Gerade dort liegt oft die nächste Erkenntnis.
Warum sich Ergebnisse nicht immer wiederholen lassen
Große Wiederholungsprojekte, etwa in der Psychologie und in der Krebsforschung, konnten einen großen Teil veröffentlichter Ergebnisse nicht bestätigen. Wie groß dieser Teil ist, hängt stark vom Fach und von der Art der Studie ab.
Das heißt nicht, dass diese Forschung wertlos war. Oft steckt Biologie dahinter: Zellen, Tiere und Menschen reagieren je nach Herkunft, Alter, Ernährung, Tageszeit und Vorgeschichte verschieden. Ein Effekt kann echt sein und trotzdem nur unter bestimmten Bedingungen auftreten. Dazu kommen kleine Stichproben und die Neigung, vor allem auffällige Ergebnisse zu veröffentlichen.
Lehrbücher werden darum immer wieder überarbeitet. So lernt die Wissenschaft. Wir sehen Wissen als etwas, das wächst und sich ändert, und schreiben unsere Artikel so, dass sie mitwachsen können.
Wie wir Evidenz bewerten
Wir betrachten Evidenz als Gesamtbild. Mechanistische Studien, Beobachtungsdaten, klinische Erfahrung und, wenn es sie gibt, randomisierte Studien fließen gemeinsam in unsere Bewertung ein. Keine dieser Quellen reicht allein. Zeigen mehrere in dieselbe Richtung, wird eine Aussage belastbar.
Bei vielen Artikeln steht die Studienlage gleich unter dem Kopf, von starker bis unklarer Evidenz. Wie wir die Richtungen zusammenführen, beschreibt unser Fachbeitrag zur Evidenz bei chronischen Erkrankungen.
So prüfst du einen Artikel selbst
- Quellen: Am Ende jedes Artikels stehen die Quellen. Wo es eine DOI gibt, führt sie direkt zur Originalarbeit. Ein Schild neben der Quelle heißt, dass wir die Angaben mit dem DOI-Register abgeglichen haben.
- Studienlage: Die Zeile unter dem Kopf sagt, wie gut eine Aussage insgesamt belegt ist.
- Datum: Im Kopf steht, wann der Artikel erschienen ist und wann wir ihn zuletzt überarbeitet haben.
- Kommentare: Unter jedem Artikel schreiben andere mit. Dort findest du Ergänzungen und Widerspruch.
Ist dir eine Aussage wichtig, lies die Originalarbeit. Achte darauf, an wem eine Studie gemacht wurde, wie groß sie war und was genau gemessen wurde.
Wenn du einen Fehler findest
Schreib es in die Kommentare unter dem Artikel. Nenne die Stelle und, wenn du hast, eine Quelle. Wir lesen jeden Hinweis und überarbeiten den Artikel, wenn ein Fehler belegt ist. Auch Erfahrung aus dem Alltag ist willkommen: Oft zeigt sie, wo eine Frage noch offen ist.