Ein hoher „vagaler Tonus“ (also eine höhere Aktivität des Vagusnerves) verbessert die Funktion vieler Systeme in unserem Körper. Er reduziert das Risiko von Schlaganfällen, Herzinfarkten und reguliert unseren Blutzuckerspiegel. 

Er wirkt sich außerdem darauf aus, wie leicht es uns fällt, zu entspannen und wie zufrieden wir mit uns selbst sind. 

Ein niedriger „vagaler Tonus“ steht hingegen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfällen, Diabetes, Depressionen, sowie vielen anderen Autoimmunerkrankungen in Verbindung.

Unterschiedliche Studien haben gezeigt, dass das vegetative Nervensystem und das Immunsystem in engem Austausch miteinander stehen, was durch wechselseitige Rezeptoren ermöglicht wird. 

Somit besteht ein geschlossener Regelkreis, der Entzündungen durch eine Freisetzung von Acetylcholin durch vagale Efferenzen begrenzen und auflösen kann.

Der N. vagus (wandernder Nerv), ist der zehnte von insgesamt zwölf Hirnnerven. 

Er ist der bedeutendste des parasympathischen Nervensystems und somit verantwortlich für Ruhe, Entspannung und Regeneration auf der einen, sowie der Anregung unseres Magen-Darm-Trakts auf der anderen Seite. 

Seinen Namen verdankt er der weiten Verbreitung durch unseren Körper. 

Er entspringt im sogenannten Markhirn und zieht gemeinsam mit dem N. glossopharyngeus(IX), dem N. accessorius(XI) und der V. jugularis durch das Foramen jugulare (Loch im Schädel) wonach er sich weiter zwischen Halsvene und Carotis-Arterie erstreckt. 

Von dort aus wickelt der Nervus Vagus sich weiter hinab und tritt mit der Speiseröhre auf Höhe des zehnten Brustwirbels durch das Zwerchfell um dann bis beinahe zum Ende des Dickdarmes zu ziehen. Auf seinem Weg übt er einen regulatorischen Einfluss auf alle Organe, aus 

(u.a. Stimmbänder, Herz, Speiseröhre, Lunge, Zwerchfell, Leber, Magen und Darm).

Wie kann ich meinen Vagus Nerv „trainieren“?

Ein gesunder Vagustonus wird durch einen leichten Anstieg der Herzfrequenz beim Einatmen und eine Abnahme der Herzfrequenz beim Ausatmen angezeigt. Tiefe Zwerchfellatmung — mit langem, langsamem Ausatmen — ist der Schlüssel zur Stimulation des Vagusnervs und verlangsamt die Herzfrequenz und senkt den Blutdruck.              (HRV Messung via App)

Aktive Stimulation des N. vagus:

  • Tiefe Bauchatmung unter Aktivierung des Zwerchfells:
  • Die Hände liegen auf dem Bauch. Während der Einatmung durch die Nase, versucht man, die Luft unter seine Hände zu atmen. Bei der Ausatmung lässt man die Luft langsam durch die Lippen wieder hinaus.
  • Wechselatmung:
  • Abwechselnd durch das rechte und linke Nasenloch ein- und ausatmen. 10x / Seite
  • Kaltes duschen
  • Durch den Kältereiz wird der N. vagus stimuliert. Beginnend herfern am rechten Unterschenkel. Zeit nach und nach steigern bis zu 3 Minuten.
    • Alternativ kann auch mit Wechseldusche begonnen werden
  • Singen oder lautes Ausatmen (auf „A“ oder „O“)
  • Durch die Vibration der Stimmbänder bekommt der N. Vagus einen Reiz und wird aktiviert

Therapeutische, osteopathische Stimulation des N. vagus:

  • Cranio-Sacrale Therapie
  • Suboccipitale Entspannung
  • Behandlung des Foramen jugulare
  • Entspannung des Zwerchfells 
  • Behandlung des Omentum minus
  • Viszerale Behandlung des Magen-Darm-Trakts

Im MOJO Institut für Regenerationsmedizin kannst du dich individuell von uns beraten lassen, wie du deine vagale Aktivität verbessern kannst. Ausserdem kannst bei unseren Osteopathen eine Behandlung zur Optimierung des vagalen Tonus erhalten.

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