Ja. Weil einerseits der Vitamingehalt von Obst und Gemüse in den letzten 30 Jahren um bis zu 70% gefallen ist1–4, und es andererseits im Magen-Darm-Trakt durch Entzündungen und Stoffwechselveränderung zu einer reduzierten Vitamin C Aufnahme kommen kann5 ist ein chronischer Vitamin C Mangel auch bei Menschen, die viel Obst und Gemüse essen nicht selten. Zusätzlich ist es so, dass Zucker und Vitamin C sich einen Transporter im Darm teilen. Zucker passt einfacher durch diesen Transporter. Das führt dazu, dass die Vitamin C Aufnahme durch gleichzeitige Aufnahme von Zucker/Mehl stark gehemmt wird.6

Sowohl chronischer Stress als auch physische Belastung führt zu einem ausgeprägten Vitamin C Verbrauch. Daher haben grosse wissenschaftliche Studien eindeutig gezeigt, dass beispielsweise Sportler die Anzahl von Erkältungen und grippalen Infekten um 50% reduzieren können, wenn sie Vitamin C supplementieren.7

Auch die Einnahme der Anti-Baby-Pille, Nikotin, und Koffeinkonsum erhöhen den Vitamin C Verbrauch signifikant.8–10

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass etwa 2-10% unserer Bevölkerung einen so ausgeprägten Vitamin C Mangel haben, dass er mit der Diagnose Skorbut vereinbar ist. Kranke Menschen sind davon häufiger betroffen.

So wurde eine Untersuchung in einem Universitätskrankenhaus durchgeführt bei der 19% der Patienten einen schweren Vitamin C Mangel (Skorbut) zeigten und 60% hatten einen mittelgradigen Mangel.11

Bei 2% der gesunden Jugendlichen Universitätsstudenten zeigt sich ein schwerer Vitamin C Mangel und 16% zeigen einen mittelgradigen Mangel.12 Durch alle Bevölkerungssschichten hinweg haben etwa 2-10% einen schweren Mangel, 7-18% der Menschen einen mittelgradigen Vitamin C Mangel und etwa 30-60% haben einen leichtgradigen Vitamin C Mangel. 13,14

Es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass die Dunkelziffer noch viel höher ist. Das liegt daran, dass Blutmessungen nur den Vitamin C Gehalt im Blut widerspiegeln können. Entscheidend ist jedoch, dass die einzelnen Gewebe der Organe mit Vitamin C aufgesättigt sind. Wenn sich im Blut ein Vitamin C Mangel zeigt, dann sind die Organe schon lange unterversorgt.6 Unter denjenigen, die nicht die Laborkriterien erfüllen um von einem „Vitamin C Mangel“ zu sprechen sind diejenigen gesünder, die höhere Vitamin C Werte haben. Anders ausgedrückt : Höhere Vitamin C Werte sind ein Gesundheitsvorteil, selbst wenn man keinen Mangel laut Labor hat. Das zeigt sich in einer grossen englischen Untersuchung mit über 20.000 Teilnehmern. Jede Erhöhung des Vitamin C Blutlevels um 20µmol/L war assoziiert mit einer 9%igen Reduktion des Risikos für Herzversagen in den folgenden 15 Jahren.15

Die Top 3 Quellen für Vitamin C :

  1. Die Acerola Kirsche
  2. Brokkoli (am besten nur kurz angedünstet oder fermentiert)
  3. Petersilie

 
1.        Guo, W., Nazim, H., Liang, Z. & Yang, D. Magnesium deficiency in plants: An urgent problem. Crop J.4, 83–91 (2016).
2.        Mayer, A. B., Mayer, A. & Researcher, I. Historical changes in the mineral content of fruits and vegetables. (2014). doi:10.1108/00070709710181540
3.        Rosanoff, A. Changing crop magnesium concentrations : impact on human health. 139–153 (2013). doi:10.1007/s11104-012-1471-5
4.        Wienecke, E. Bedarf höher als angenommen. 2012 (2012).
5.        Said, H. M. Intestinal absorption of water-soluble vitamins in health and disease. Biochem j. 437, 357–372 (2014).
6.        Padayatty, S. J. & Levine, M. Vitamin C: the known and the unknown and Goldilocks. Oral Dis. 22, 463–493 (2016).
7.        Hemilä, H. & Chalker, E. Vitamin C for preventing and treating the common cold. Cochrane Database Syst. Rev. (2013). doi:10.1002/14651858.CD000980.pub4
8.        BRIGGS, M. & BRIGGS, M. Vitamin C Requirements and Oral Contraceptives. Nature 238, 277 (1972).
9.        Yeung, D. L. Relationships between cigarette smoking, oral contraceptives, and plasma vitamins A, E, C, and plasma triglycerides and cholesterol. Am. J. Clin. Nutr. 29, 1216–1221 (1976).
10.      Kalesh, D. G., Mallikarjuneswara, V. R., Alan, C. & Clemetson, B. Effect of estrogen-containing oral contraceptives on platelet and plasma ascorbic acid concentrations. Contraception 4, 183–192 (1971).
11.      Gan, R., Eintracht, S. & Hoffer, L. J. Vitamin C Deficiency in a University Teaching Hospital. J. Am. Coll. Nutr. 27, 428–433 (2008).
12.      Johnston, C. S., Elizabeth Solomon, R. & Corte, C. Vitamin C Status of a Campus Population: College Students Get a C Minus. J. Am. Coll. Heal. 46, 209–213 (1998).
13.      Schleicher, R. L., Carroll, M. D., Ford, E. S. & Lacher, D. A. Serum vitamin C and the prevalence of vitamin C deficiency in the United States: 2003–2004 National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES). Am. J. Clin. Nutr. 90, 1252–1263 (2009).
14.      Hampl, J. S., Taylor, C. A. & Johnston, C. S. Vitamin C Deficiency and Depletion in the United States: The Third National Health and Nutrition Examination Survey, 1988 to 1994. Am. J. Public Health 94, 870–875 (2004).
15.      Pfister, R., Sharp, S. J., Luben, R., Wareham, N. J. & Khaw, K.-T. Plasma vitamin C predicts incident heart failure in men and women in European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition-Norfolk prospective study. Am. Heart J. 162, 246–253 (2011).