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Die Gesundheit der Naturvölker
Gesundheit naturvölker

Geschrieben von Dr. Gerrit Keferstein

Dr. Gerrit Keferstein ist Arzt und Gründer des MOJO Instituts.

Naturvölker als Vorbilder für Gesundheit?

Die Gesundheit der Naturvölker ist ein wichtiger Hinweis darauf, dass große Teile chronischer Erkrankungen kein genetisches Schicksal sind, sondern von unserem modernen Lebensstil abhängen, und zwar von spezifischen Elementen unseren modernen Lebens. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts zeigte der Zahnarzt Weston A. Price bei seinen Reisen um die Welt und der ausführlichen Dokumentation eindrücklich, dass viele Erkrankungen, die wir als „normal“ ansehen, eigentlich nur auf Basis von Fehlernährung des modernen Lebens entstehen. Damit schliesst er an an Beobachtungen des Arztes Albert Schweitzer, der bereits viele Jahre davor feststellte, dass in Naturvölkern kaum Krebs feststellbar ist, obwohl sie ähnlich alt werden wie wir. Aber können moderne Untersuchungen das bestätigen? Das wollen wir uns in diesem Artikel anschauen.

Beobachtungen von Weston A Price zeigen, dass Naturvölker ausserdentlich gesund und kräftig sind.

Was sind eigentlich »Naturvölker«

Als Naturvölker bezeichnet man Gruppierungen von Menschen, die einen sehr traditionellen Lebensstil führen, der (noch) nicht von Agrarkultur, Industrialisierung und/oder Digitalisierung geprägt ist. 

Nicht zu verwechseln sind die Naturvölker mit den so genannten indigenen Völkern, die viele Verhaltensweisen der industrialisierten Welt bereits adaptiert haben und häufig unter Armut und schlechter Gesundheit leiden. 

Die Naturvölker und die indigenen Völker unterscheiden sich in ihrer Gesundheit deutlich. Viele der echten Naturvölker leben noch als Sammler und Jäger, einige betreiben ein wenig Landwirtschaft und Viehzucht (wie zum Beispiel die Massai).

Die am besten erforschten Naturvölker sind die San aus Namibia, die Aborigines aus Australien, die Tsimane aus Bolivien, die Hadza aus Tansania, die nordamerikanischen Pima, sowie die südamerikanischen Yanomami.  Die Gesundheit dieser Naturvölker ist mit modernen wissenschaftlichen Methoden erfasst worden.

Ein verbreiteter Mythos ist, dass diese Völker eine viel geringere Lebenserwartung haben. Dies ist allerdings nicht korrekt. Durch eine recht hohe Kindersterblichkeit ist die durchschnittliche Lebenserwartung niedrig, aber sobald ein Mensch dieser Völker das 15. Lebensjahr erreicht hat, wird er in der Regel etwa genau so alt, wie wir.

Weil diese Völker die gleiche Genetik haben, wie industrialisierte Europäer, aber eine viel niedrigere Rate der chronischen Erkrankungen aufweisen, sind sie aus gesundheitlicher Sicht von großem Forschungsinteresse.

Blutfette (Cholesterin) bei Naturvölkern

Naturvölker haben im Vergleich mit dem typischen Deutschen ausgesprochen gesunde Blutfette, was ein wichtiger Marker für Gesundheit.

 Während die durchschnittlichen Werte für das sogenannte schlechte Cholesterin (LDL-C – dazu mehr im nächsten Kapitel) in Deutschland bei etwa 140 mg/dl liegen, liegen die Naturvölker fast konstant (ohne Medikation) bei 50-70 mg/dl. 

Auch das Gesamtcholesterin im Blut ist bei Naturvölkern mit etwa 130 mg/dl deutlich niedriger als bei den Deutschen mit etwa 200 mg/dl. (O’Keefe et al. 2017, Scheid-Nave et al. 2013)

Blutfettwerte bei Naturvölkern

Gesundheit von Naturvölkern : Blutzucker

Naturvölker haben ausgesprochen niedrige Raten an Insulinresistenz und Diabetes. 

Das liegt nicht daran, dass sie genetisch dafür keine Prädisposition hätten. Ganz im Gegenteil. Sie entwickeln sogar sehr schnell Diabetes und Blutzuckerregulationsstörungen, wenn sie in Kontakt mit westlicher Nahrung kommen. Diese bilden sich allerdings auch schnell wieder zurück, wenn sie zu ihrem traditionellen Lebensstil zurückkehren. (Pontzer et al. 2018O’Dea 1984) Die Gesundheit von Naturvölkern ist nicht von ihrer Genetik abhängig, sondern von ihrem Verhalten, denn genetisch haben sie sogar eine höhere Prädisposition gegenüber den typischen chronischen Erkrankungen der Moderne.

Blutdruck bei Naturvölkern

Untersuchungen an den Yanomami zeigten, dass auch der Blutdruck im Alter nicht zunimmt. 

Im Vergleich dazu zeigten die verwandten Yekwana, die bereits viele Angewohnheiten der Zivilisation übernommen hatten, einen ansteigenden Blutdruck im höheren Alter. (Mueller et al. 2018)

Blutdruck bei Naturvölkern bleibt im Alter stabil


Chronische Gesundheit bei Naturvölkern

Diabetes, Herzerkrankungen, Autoimmunerkrankungen und sogar Krebs sind in Naturvölkern (trotz ähnlicher Lebenserwartung) fast  nicht existent. 

Unter 10% der Todesursachen bei Menschen über 60 sind auf sogenannte chronische Erkrankungen zurückzuführen. Die meisten sterben an Infektionen, Naturgewalt oder Altersschwäche. (Pontzer et al. 2018)

Chronische Erkrankungen scheinen deutlich weniger eine genetische Komponente als eine memetische Komponente zu besitzen. Chronische Erkrankungen sind memetisch übertragbar, das bedeutet, dass sie kulturell übertragen werden durch Gedanken, Glaubenssätze, und daraus folgenden Verhaltensweisen wie Ernährung, Bewegung und soziale Interaktion.

Dies war ein Ausschnitt aus unserer Ausbildung zum Immunsignatur Coach. Mit der Ausbildung zum MOJO Immunsignatur Coach bist du in der Lage mit Hilfe der neuen Wissenschaft der Hormesis und Epigenetik Menschen zu helfen chronische Krankheiten zu vermeiden und sie mit der Apotheke des eigenen Körpers zu behandeln.

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