Die Wirkung der Kältetherapie

Die Wirkung der Kältetherapie

Die Ganzkörperkältetherapie (GKKT) ist ein medizinisches Verfahren, welches seit den 1970ern schulmedizinisch bei chronisch entzündlichen Erkrankungen und chronischen Schmerzzuständen eingesetzt wird. Die Wirkung der Kältetherapie -auch „Kryotherapie“ oder „Kältetherapie“ genannt- wird seit 1984 wissenschaftlich erforscht.

Das Wirkprinzip basiert auf einer Reduktion der entzündlichen Aktivität, Immunmodulation, Regulation des Muskeltonus, sowie einer Verbesserung der Durchblutung. Im Folgenden fassen wir einige der wichtigsten Studienergebnisse zusammen.

Studien zu „Kältetherapie bei Schmerzlinderung für Menschen mit chronischen Schmerzen und Entzündungen / Rheuma / Arthrose / Fibromyalgie“

Rheumatische Erkrankungen werden seit den 1970ern durch Ganzkörperkältetherapie behandelt. Auch bei Fibromyalgie zeigt die Kältetherapie in Studien signifikante Effekte.

Vitenet et al. 2018 konnten eine signifikante Verbesserung Lebensqualität bei Menschen mit Fibromyalgie feststellen.  Rivera et al. 2018 bestätigte dies. Die positiven Effekte auf Schmerzen bei rheumatischen Erkrankungen wurden u.a. von Metzger et al. des Hochrhein Instituts für Regenerationsforschung im Jahre 2000 erwiesen.

Wir verweisen des Weiteren auf Forschung von Lange et al. aus dem Jahre 2008 der Abteilung Rheumatologie der Universität Gießen.

Eine Zusammenfassung von Garcia et al., welche 2021 in „Pain and Therapy“ veröffentlicht wurde kommt ebenfalls zu dem Schluss, dass Ganzkörperkryotherapie eine effektive Methode bei entzündlichen Schmerzen ist.

Auch eindrücklich ist die Arbeit von Sadura-Sieklucka et al. von 2019, die zeigt das Kältetherapie im Vergleich zu einer Kontrollgruppe deutliche Effekte auf die Reduktion entzündlicher Immunparameter (CRP) hat.

Studien zur „Kältetherapie zur Stärkung des Immunsystems“

Es gibt zahlreiche Arbeiten, die zeigen konnten, dass Kältetherapie Effekte auf die Funktion des Immunsystems hat. Eindrücklich dabei unter Anderem die randomisierte, kontrollierte Studie von Pickers et al. der Abteilung Anästhesiologie und Intensivmedizin der Universität Nijmegen aus dem Jahre 2014, die zeigen konnte das eine Methodik, die u.a. aus Ganzkörperkryotherapie besteht, die immunologische Abwehr gegen die Injektion bakterieller Endotoxine deutlich verbessert.

Die Forschung, die erklären kann warum das so ist, ist auch deutlich vorangeschritten in den letzten Jahren. Nasi et al. veröffentlichten 2020 eine Arbeit bei der sowohl mitochondriale Marker, als auch Zytokine mit Phänotypisierung untersucht wurden. Die Autoren beobachten eine eindrückliche Umverteilung der immunologischen Parameter, die mit besserer Immunkompetenz und erhöhter Geweberegeneration vereinbar sind. Eine Übersichtsarbeit von Castellani et al. 2003 zeigt ebenfalls auf vielfältige Art und Weise welche Einflüsse Kältetherapie auf das Immunsystem hat.

Eine randomisierte, kontrollierte Studie von Buijze et al. 2016 zeigt in der Kältegruppe eine 29% reduzierte Erkrankungsrate im Vergleich zur Kontrollgruppe.

Studien zur „Kältetherapie zur Stärkung des Hormonhaushalts“

Unter Ganzkörperkältetherapie werden in Studien verbesserte Testosteron zu Kortisol Ratios, sowie bessere Testosteron zu Estradiol Ratios festgestellt. Unter anderem verweisen wir dabei auf Grasso et al. 2014. Bei Frauen zeigt die Ganzkörperkältetherapie eine Reduktion von ACTH und Kortisol (beides Stressachsenhormone). Dies konnte u.a. Leppäluoto et al. Im Jahre 2018 bestätigen.

Des Weiteren konnte bei Männern ein signifikanter positiver Effekt auf die NO-Synthase festgestellt werden (Wiecek et al. 2021).

Sliwicka et al. konnten 2020 sogar positive Effekte der Kältetherapie auf Myostatin, Irisin und Vitamin D bei untrainierten Männern feststellen.

Kryotherapie, Kältetherapie
Studien zur „Stärkung des Stoffwechsels und der Mitochondrienfunktion, sowie der Aktivierung der Zellregeneration“

Wiecek et al. 2020 zeigten nach nur 20 Sitzungen signifikante Effekte von Ganzkörperkryotherapie auf Körperfettreduktion, Steigerung von Irisin, Reduktion entzündlicher Zyzokine, Verbesserung des Taille-Grösse-Verhältnisses und schlagen Ganzkörperkälte als ergänzende Therapiemethode bei metabolischem Syndrom vor. Eine Meta-Analyse von Rymaszweska aus dem Jahre 2020 fasst die positiven Effekte auf Triglyzeride, Gesamtcholesterin, sowie LDL-Cholesterin zusammen. Kozwlowska et al. 2021 zeigen, dass Ganzkörperkryotherapie positive Effekte auf die Glukosetoleranz, Insulinsensibilität und auf Myostatin hat. Dies ist erklärbar über die deutlichen Effekte von Kältetherapie auf Thermogenin und das braune Fettgewebe. Dazu finden sie eine umfangreiche Zusammenfassung von Loh et al. 2017, Brychta et al. 2017, sowie Chen et al. 2013.

Ebenso hat Kältetherapie signifikante Effekte auf die Sirtuine Sirt1 und Sirt3 und damit direkt auf den mitochondrialen Stoffwechsel. (Wojciak 2021)

Weitere Effekte auf den Zellstoffwechsel sind von White et al. 2013 zusammengefasst. 

Quellen

Studien zur Ganzkörperkältetherapie in der Medizin
  • „Serielle Ganzkörperkältetherapie im Criostream bei entzündlich-rheumatischen
    Erkrankungen.“
     Forschungsergebnisse: Rückgang von proinflammatorischen Parametern u.a TNF- A, Verbesserung von Schmerzen bei Arthritis Psoriatica Rheumatica, Spondylitis; Prof. Dr. Lange
  • „Ganzkörperkryotherapie bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen
    Erkrankungen“
     Forschungsergebnisse: Schmerzlinderung auch in Langzeit; dadurch bessere Beweglichkeit und Beübung möglich; Studie zu Rheuma, Schmerzen; Braun
  • „WHOLE-BODY CRYOTHERAPY IN INFLAMMATORY AND NON-INFLAMMATORY Rheumatic Diseases“, Forschungsergebnisse: Rückgang von Entzündungsparametern (CRP), Symptomen bei Bechterew, Rheuma, Fibromyalgie; Studie zu Rheuma, Schmerzen, Dr. KARGUS
  • „Reduzierung des Arzneimittelverbrauchs nach Ganzkörperkältetherapie“Forschungsergebnisse: Reduzierung von NSAR und Cortison bei Schmerzpatienten und Rheumapatienten möglich Studie zur Medikamentenreduzierung bei chron. Schmerzen, Prof. Dr. Papenfuß
  • „Whole-Body Cryotherapy in Atopic Dermatitis“Forschungsergebnisse: Juckreiz, Entzündung rückläufig, Cortison konnte reduziert werden; Studie zu Hautkrankheiten
  • „Cryotherapy in osteoporosis“Forschungsergebnisse: Kryotherapie zur Prophylaxe und Behandlung von Osteoporose sinnvoll; Studie zu Osteoporose
  • „Die Bedeutung der Ganzkörperkältetherapie im Rahmen der Rehabilitation bei Patienten mit rheumatischen Erkrankungen“Forschungsergebnisse: Schmerzen während der 4-wöchigen Behandlung deutlich rückläufig; Studie zu Rheuma, Schmerzen; Déborah Metzger
  • „Analgetische Wirkungen von natürlichen Schwefelbädern und Kaltekammerexpositionen bei Fibromyalgie“Forschungsergebnisse: Analgetische Wirkung von Ganzkörperkältetherapie auch bei Fibromyalgie; Studie zu Schmerzen, Fibromyalgie; Gutenbrunner
  • „COLD CHAMBER EXPOSURES (–67,3°C, 3 MIN) IN FIBROMYALGIA
    SYNDROMES“,
     Forschungsergebnisse: Rückläufige Schmerzen; Studie zu Schmerzen, Fibromyalgie; Gutenbrunner
  • „Effect of frequent WBC treatments on the back pain therapy in elderly men“Forschungsergebnisse: Rückenschmerzen rückläufig bei nahezu täglich Ganzkörperkältetherapie; Studie zu Schmerzen, Rückenschmerzen; Giemza
  • „Analgetische Wirkung einer Ganzkörperkältetherapie“Forschungsergebnisse: Kryosauna als Teil einer Schmerztherapie sinnvoll; Studie zu Schmerzen, Schmerztherapie
  • „Can Whole-Body Cryotherapy with Subsequent Kinesiotherapy Procedures in Closed Type Cryogenic Chamber Improve BASDAI, BASFI, and Some Spine Mobility Parameters and Decrease Pain Intensity in Patients with Ankylosing Spondylitis?“Forschungsergebnisse: Erhöhung von Beweglichkeit und Schmerzrückgang; Studie zu Schmerzen, Schmerztherapie; Stanek
  • Lubowska A, Szygula Z, klimek A J, Masafumi T: Do sessions of cryostimulation have influence on white blood cell count, level of IL 6 and total oxidative and anti-oxidative status in healthy men?“, Forschungsergebnisse: Kryosauna stärkt Immunsystem Studie Immunsystem Stärkung Kryosauna
  • Miller E: Effects of the whole-body cryotherapy on a total antioxidative status and activities of some antioxidative enzymes in blood of patients with multiple sclerosis-preliminary
    study.“
    Forschungsergebnisse: Antioxidative Effekte; als zusätzliche Kurzzeitbegleittherapie bei MS sinnvoll Multiple Sklerose
  • Rymaszewska J1 „Whole-body cryotherapy as adjunct treatment of depressive and anxiety disorders.“Forschungsergebnisse: Kryosauna als Ergänzung gut bei depressiven und Angststörungen Studie Eissaunaanwendungen zu Depressionen, Angsttherapie
  • Metzger, D., C. Zwingmann, W. Protz, and W. H. Jäckel. 2000. “[Whole-Body Cryotherapy in Rehabilitation of Patients with Rheumatoid Diseases–Pilot Study].” Die Rehabilitation 39(2):93—100.
  • Garcia, Carol, Jay Karri, Nicholas A. Zacharias, and Alaa Abd-Elsayed. 2021. “Use of Cryotherapy for Managing Chronic Pain: An Evidence-Based Narrative.” Pain and Therapy 10(1):81–100.
  • Lange, Uwe, Christine Uhlemann, and Ulf Müller-Ladner. 2008. “[Serial Whole-Body Cryotherapy in the Criostream for Inflammatory Rheumatic Diseases. A Pilot Study].” Medizinische Klinik (Munich, Germany : 1983) 103(6):383—388.
  • Kox, Matthijs, Lucas T. van Eijk, Jelle Zwaag, Joanne van den Wildenberg, Fred C. G. J. Sweep, Johannes G. van der Hoeven, and Peter Pickkers. 2014. “Voluntary Activation of the Sympathetic Nervous System and Attenuation of the Innate Immune Response in Humans.” Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America 111(20):7379–84.
  • Sadura-Sieklucka, Teresa, Beata Sołtysiuk, Anna Karlicka, Beata Sokołowska, Ewa Kontny, and Krystyna Księżopolska-Orłowska. 2019. “Effects of Whole Body Cryotherapy in Patients with Rheumatoid Arthritis Considering Immune Parameters.” Reumatologia 57(6):320–25.
  • Nasi, Milena, Elena Bianchini, Domenico Lo Tartaro, Sara De Biasi, Marco Mattioli, Annamaria Paolini, Lara Gibellini, Marcello Pinti, Anna De Gaetano, Roberta D’Alisera, Laura Roli, Johanna Chester, Anna Vittoria Mattioli, Tomassina Polverari, Pasqualino Maietta, Ferdinando Tripi, Omar Stefani, Emanuele Guerra, Gustavo Savino, Tommaso Trenti, and Andrea Cossarizza. 2020. “Effects of Whole-Body Cryotherapy on the Innate and Adaptive Immune Response in Cyclists and Runners.” Immunologic Research 68(6):422–35.
  • Janský, L., D. Pospíšilová, S. Honzová, B. Uličný, P. Šrámek, V. Zeman, and J. Kamínková. 1996. “Immune System of Cold-Exposed and Cold-Adapted Humans.” European Journal of Applied Physiology and Occupational Physiology 72(5):445–50.
  • Castellani, John, Ingrid Brenner, and Shawn Rhind. 2003. “Cold Exposure: Human Immune Responses and Intracellular Cytokine Expression.” Medicine and Science in Sports and Exercise 34:2013–20.
  • Buijze, Geert A., Inger N. Sierevelt, Bas C. J. M. Van Der Heijden, Marcel G. Dijkgraaf, and Monique H. W. Frings-Dresen. 2016. “The Effect of Cold Showering on Health and Work: A Randomized Controlled Trial.” PLoS ONE 11(9):1–15.
  • Grasso, D., P. Lanteri, C. Di Bernardo, C. Mauri, S. Porcelli, A. Colombini, V. Zani, F. G. Bonomi, G. Melegati, G. Banfi, and G. Lombardi. 2014. “Salivary Steroid Hormone Response to Whole-Body Cryotherapy in Elite Rugby Players.” Journal of Biological Regulators and Homeostatic Agents 28(2):291—300.
  • Vitenet, M., F. Tubez, A. Marreiro, G. Polidori, R. Taiar, F. Legrand, and F. C. Boyer. 2018. “Effect of Whole Body Cryotherapy Interventions on Health-Related Quality of Life in Fibromyalgia Patients: A Randomized Controlled Trial.” Complementary Therapies in Medicine 36:6–8.
  • Leppäluoto, J., T. Westerlund, P. Huttunen, J. Oksa, J. Smolander, B. Dugué, and M. Mikkelsson. 2008. “Effects of Long‐term Whole‐body Cold Exposures on Plasma Concentrations of ACTH, Beta‐endorphin, Cortisol, Catecholamines and Cytokines in Healthy Females.” Scandinavian Journal of Clinical and Laboratory Investigation 68(2):145–53.
  • Wiecek, Magdalena, Zbigniew Szygula, Joanna Gradek, Justyna Kusmierczyk, and Jadwiga Szymura. 2021. “Whole-Body Cryotherapy Increases the Activity of Nitric Oxide Synthase in Older Men.” Biomolecules 11(7).
  • Śliwicka, Ewa, Tomasz Cisoń, Anna Straburzyńska-Lupa, and Łucja Pilaczyńska-Szcześniak. 2020. “Effects of Whole-Body Cryotherapy on 25-Hydroxyvitamin D, Irisin, Myostatin, and Interleukin-6 Levels in Healthy Young Men of Different Fitness Levels.” Scientific Reports 10(1):6175.
  • Kozłowska, Marta, Jakub Kortas, Małgorzata Żychowska, Jędrzej Antosiewicz, Klaudia Żuczek, Silvia Perego, Giovanni Lombardi, and Ewa Ziemann. 2021. “Beneficial Effects of Whole-Body Cryotherapy on Glucose Homeostasis and Amino Acid Profile Are Associated with a Reduced Myostatin Serum Concentration.” Scientific Reports 11(1):1–13.
  • Rymaszewska, Julia Ewa, Bartłomiej Stańczykiewicz, Katarzyna Lion, and Błażej Misiak. 2020. “The Impact of Whole-Body Cryotherapy on Lipid Profile: A Systematic Review and Meta-Analysis.” Complementary Therapies in Medicine 55:102568.
  • Wiecek, Magdalena, Jadwiga Szymura, Justyna Sproull, and Zbigniew Szygula. 2020. “Whole-Body Cryotherapy Is an Effective Method of Reducing Abdominal Obesity in Menopausal Women with Metabolic Syndrome.” Journal of Clinical Medicine 9(9):2797.
  • Wojciak, Gabriela, Jadwiga Szymura, Zbigniew Szygula, Joanna Gradek, and Magdalena Wiecek. 2021. “The Effect of Repeated Whole-Body Cryotherapy on SIRT1 and SIRT3 Concentrations and Oxidative Status in Older and Young Men Performing Different Levels of Physical Activity.” Antioxidants 10(1):1–16.
  • Loh, R. K. C., B. A. Kingwell, and A. L. Carey. 2017. “Human Brown Adipose Tissue as a Target for Obesity Management; beyond Cold-Induced Thermogenesis.” Obesity Reviews 18(11):1227–42.
  • Brychta, R. J. and K. Y. Chen. 2017. “Cold-Induced Thermogenesis in Humans.” European Journal of Clinical Nutrition 71(3):345–52.
  • Chen, Kong Y., Robert J. Brychta, Joyce D. Linderman, Sheila Smith, Amber Courville, William Dieckmann, Peter Herscovitch, Corina M. Millo, Alan Remaley, Paul Lee, and Francesco S. Celi. 2013. “Brown Fat Activation Mediates Cold-Induced Thermogenesis in Adult Humans in Response to a Mild Decrease in Ambient Temperature.” The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism 98(7):E1218–23.
  • Rymaszewska, Joanna, David Ramsey, and Sylwia Chładzińska-Kiejna. 2008. “Whole-Body Cryotherapy as Adjunct Treatment of Depressive and Anxiety Disorders.” Archivum Immunologiae et Therapiae Experimentalis 56(1):63–68.
  • Rymaszewska, Joanna, Katarzyna M. Lion, Lilla Pawlik-Sobecka, Tomasz Pawłowski, Dorota Szcześniak, Elżbieta Trypka, Julia E. Rymaszewska, Agnieszka Zabłocka, and Bartlomiej Stanczykiewicz. 2020. “Efficacy of the Whole-Body Cryotherapy as Add-on Therapy to Pharmacological Treatment of Depression—A Randomized Controlled Trial.” Frontiers in Psychiatry 11(June).
  • Douzi, Wafa, Olivier Dupuy, Maxence Tanneau, Geoffroy Boucard, Romain Bouzigon, and Benoit Dugué. 2019. “3-Min Whole Body Cryotherapy/Cryostimulation after Training in the Evening Improves Sleep Quality in Physically Active Men.” European Journal of Sport Science 19(6):860–67.
  • Happe, Svenja, Stefan Evers, Christian Thiedemann, Sabine Bunten, and Rudolf Siegert. 2016. “Whole Body and Local Cryotherapy in Restless Legs Syndrome: A Randomized, Single-Blind, Controlled Parallel Group Pilot Study.” Journal of the Neurological Sciences 370:7–12.
  • Qu, Chaoyi, Zhaozhao Wu, Minxiao Xu, Santiago Lorenzo, Yanan Dong, Zhongwei Wang, Fei Qin, and Jiexiu Zhao. 9000. “Cryotherapy on Subjective Sleep Quality, Muscle, and Inflammatory Response in Chinese Middle- and Long-Distance Runners After Muscle Damage.” The Journal of Strength & Conditioning Research.
  • Rivera, Javier, María José Tercero, Javier Salas Salas, Julio Hernández Gimeno, and Javier Sánchez Alejo. 2018. “The Effect of Cryotherapy on Fibromyalgia: A Randomised Clinical Trial Carried out in a Cryosauna Cabin.” Rheumatology International 38(12):2243–50.

Studien zur Ganzkörperkältetherapie im Leistungssport
  • •Poppendieck: „Cooling and performance recovery of trained athletes: a meta-analytical
    review“, Forschungsergebnisse: Cooling nach Belastungen hat so gute Auswirkungen, dass es sich bei Wettkämpfen positiv auswirken kann; Studie für Athleten, Sport, Erholung, Leistungssteigerung
  • •„THE WHOLE BODY CRYOTHERAPY IN SPORTS INJURIES AND SPORTS RELATED PAIN SYNDROMES TREATMENT D.BIAŁY“, Forschungsergebnisse: Verbesserung von Erholungsphasen; weniger Schmerzen und Schwellung; härteres Training möglich; Studie zu Sport, Regeneration, Trainingsintensität
  • •Ksiezopolska-Pietrzak K.: „Cryotherapy in osteoporosis“, Forschungsergebnisse: Schnelle Verbesserung von Schwellungen und Einschränkungen der Beweglichkeit; Studie zu Osteoporose, Beweglichkeit
  • •Ferreira-Junior: „Could whole-body cryotherapy (below −100°C) improve muscle recovery from muscle damage?“, Forschungsergebnisse: Entzündungsreaktion kurzfristig nach Training ist schwächer; möglicherweise auch langfristiger Effekt; Studie zur Muskelregeneration, Entzündungsreaktion
  • •Sutkowy: „Physical Exercise Combined with Whole-Body Cryotherapy in Evaluating the Level of Lipid Peroxidation Products and Other Oxidant Stress Indicators in
    Kayakers“, Forschungsergebnisse: Training in Kombination mit Eissauna verbessern
  • Leistungsfähigkeit und mögliche Trainingsintensität (getestet an polnischer Kayak- Nationalmannschaft); Studie zur Leistungssteigerung von Sportlern
  • •Celestyna Mila-Kierzenkowska: „The Effect of Submaximal Exercise Preceded by Single Whole- Body Cryotherapy on the Markers of Oxidative Stress and Inflammation in Blood of Volleyball Players“, Forschungsergebnisse: Antientzündlicher Effekt; Studie zum Sporttraining, Entzündung
  • •James Selfe: „The Effect of Three Different (-135°C) Whole Body Cryotherapy Exposure Durations on Elite Rugby League Players“, Forschungsergebnisse: nach 2 minütiger Eissaunasitzung zeigten sich positive Effekte in Oxygenierung, Regenerierung; Studie zur Leistungssteigerung / Länge der Eissaunasitzung
  • •Sy Ma: „Effects of whole-body cryotherapy in the management of adhesive capsulitis of the shoulder (Arch Phys Med Rehabil. 2013)“, Forschungsergebnisse: Verbesserung von ROM bei adhäsiver Kapselentzündung der Schulter mit Cryotherapie; Studie zur Kapselentzündung, Schulter, Beweglichkeit
  • •Banffi: „BENEFICIAL EFFECTS OF THE WHOLE-BODY CRYOTHERAPY ON SPORT
    HAEMOLYSIS“, Forschungsergebnisse:Hämolyse wird durch Kältetherapie vermindert. Studie zu Hämolyse
  • •„Banffi: Whole-Body Cryotherapy in Athletes“, Forschungsergebnisse:Entzündungsstoffe werden verringert. Positive Effekte auf Muskelenzyme Creatinkinase und Laktatdehydrogenase; insgesamt gibt es trotzdem keine Laborveränderungen, die auf Doping schließen lassen Studie zu Laktat
  • •Banffi: „Effects of the whole-body cryotherapy on NTproBNP, hsCRP and troponin I in athletes“, Forschungsergebnisse: Eissauna hat keinen negativen Einfluß auf die Herzmuskulatur Studie zur Herzmsukulatur
  • •Pournot H: „Time-Course of Changes in Inflammatory Response after Whole-Body Cryotherapy Multi Exposures following Severe Exercise“, Forschungsergebnisse: Antientzündliche Stoffe steigen und entzündliche nehmen ab durch Kältetherapie). Studie Entzündung Sport Kryosauna
  • •Winfried Joch: „Precooling als Mittel der Leistungssteuerung in Training und
    Wettkampf“, Forschungsergebnisse: Positiv-Effekte sind für unterschiedliche Belastungsbereiche nachgewiesen worden, – bei hohen Intensitäten (anaerobe Energiebereitstellung: Leichtathletik), – bei Belastungen von 85 % der individuellen maximalen Herzfrequenz, also einer mittleren Beanspruchung, – bei Belastungen im GA-1-Bereich (aerobe Energiebereitstellung: Rudern). Studie Leistung aerob anaerob Sport Kryosauna
  • •Winfried Joch (Projektleiter), Sandra Ückert, Reinhard Fricke: „Die Bedeutung kurzfristig und hoch dosierter Kälteapplikation für die Realisierung sportlicher Leistungen“, Forschungsergebnisse: Leistungsfördernd, Ausdauersport, Regenerationssteigernd. Studie Entzündung Sport Kryosauna
  • •Klimek A T, Lubkowska A, Szygula Z, Chudecka M, Fraczek B: „Influence of the ten Sessions of the whole body cryostimulation on aerobic and anaerobic capacity“, Forschungsergebnisse: Anaerobe Kapazität wird gesteigert, Stärke und Geschwindigkeit Studie Leistung Sport Kryosauna

Atemtherapie bei Long COVID

Atemtherapie bei Long COVID

Worum handelt es sich bei LongCOVID?

Bei Long COVID handelt es sich um eine systemische, funktionelle und zellbasierte Veränderung mit weitreichenden und lebenseinschneidenden Symptomen. Die Atemtherapie kann eine wirksame Behandlung bei Long COVID sein. Im abschliessenden Detail wurde diese Erkrankung noch nicht verstanden, jedoch zeigen sich viele bekannte Überschneidungen mit anderen postinfektiösen Ermüdungs- und Degenerationserscheinungen und Erkrankungen wie Chronic Fatigue Syndrom (CFS/ME) und Mitochondriopathien.

Wenn man mit dem rein organbasierten Denken an diese Erkrankung drangeht, dann wird man in den meisten Fällen keine vernünftige Lösung für Behandlung von Long COVID entwickeln können, weil sich diese Erkrankung nicht auf ein Organ beschränkt. Im Kern dieser Erkrankung liegen die Veränderungen in der Kommunikation zwischen den Organen (systemisch, funktionell) sowie die Veränderungen auf Zellebene und in den Mitochondrien (zellbasiert).

Warum wirkt Atemtherapie?

Kürzlich haben die Kassenärztlichen Vereinigung und der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen ein gemeinsames ärztliches und therapeutisches Sonderbudget definiert. Mit diesem bekommen Patientinnen und Patienten mit Long COVID Zugang zu bis zu 24 Behandlungen a 60 Minuten Atemtherapie, Die Atemtherapie ist deshalb eine wichtige Intervention, denn :

  • Atmung hat direkten Einfluss auf das Immunsystem. Durch Veränderungen in der Atemphysiologie werden direkte Signale an das Immunsystem gesendet. So wurde u.a. gezeigt, dass Atemtherapie (in Kombination mit Kältetherapie) symptomatische Immunaktivität nach Kontakt mit einem Erreger deutlich reduziert. Die biochemischen immunmodulierenden Effekte der Atmung werden sowohl über Veränderungen in der Atemfrequenz, aber auch der Atemtiefe erreicht. Im Kontext von Long COVID herrscht häufig eine subklinische Inflammation (silent inflammation) sowie eine Verschiebung des Immunsystems, welche u.a. durch Atemtherapie behandelt werden kann.
  • Atmung hat direkten Einfluss auf das Nervensystem. Über das Verhältnis von Ein- und Ausatmung lässt sich das autonome Nervensystem modulieren. Durch spezielle Techniken lässt sich das parasympathische Nervensystem und der regenerationsfördernde Vagusnerv messbar in seiner Aktivität steigern. Bei Long COVID zeigt sich in den allermeisten Fällen eine Dominanz des sympathischen Nervensystem was u.a. die Effekte von einer Behandlung mit Atemtherapie bei Long COVID erklärt.
  • Atmung hat direkt Einfluss auf die Zellen. Durch spezielle Atemtechniken lässt sich die Sauerstoffversorgung von Zellen verändern. Dazu kann man auch therapeutische Sauerstoffunterversorgung der Zellen (Hypoxie) einsetzen. Dadurch werden regenerationsfördernde biochemische Faktoren wie HIF-1 ausgeschüttet. Ausserdem werden durch solche Atemtechniken die Mitochondrien in ihrer Funktion gestärkt.
  • Atmung hat wichtige Wirkungen auf Lunge und Gefässe. Bei Long COVID steht eine (entzündliche) Beteiligung von Lunge und Gefässen im Vordergrund. Durch Atemtherapie wird die Lunge trainiert und es wird Edukation betrieben um mit Luftnot besser umgehen zu können und diese auch loszuwerden. Auch die Gefässe profitieren von dem entzündungsmodulierenden Effekt der Atemtherapie.

Verschreiben Hausärzte Atemtherapie bei Long COVID?

Ärzte sind in der Regel darüber aufgeklärt, dass es neue Sonderbudgets mit „besonderem Verordnungsbedarf“ gibt, und dass die Atemtherapie wichtiger Teil guten Therapie für Long COVID ist.

Diese Sonderbudgets sind deshalb wichtig, weil dies Ärzten ermöglicht die Atemtherapie zu verschreiben, OHNE dass ihr ärztliches Budget angezapft wird, was in der hausärztlichen Versorgung ein wichtiges Argument gegen eine Rezeptierung sein kann.

Im privatärztlichen Bereich stellt dies auch ohne Sonderbudgetierung eine geringere Hürde dar, aber auch dort wird im speziellen Fall Long COVID ein höheres Erstattungsermessen der privaten Krankenversicherer angesetzt.

Wird Atemtherapie auch im MOJO Institut angeboten?

Die Atemtherapie wird im MOJO Institut auf zwei Arten und Weisen angeboten. Mit dem Fokus Long COVIDbieten wir Atemtherapie über unsere Physiotherapie an und alle unsere Therapeutinnen und Therapeuten sind ausführlich geschult in den verschiedenen modulierenden Aspekten von Atemtherapie.

Auch in der Medizin bieten wir Atemtherapie an, dort aber mit dem speziellen Ziel der Bewusstseinsveränderung um damit innere Hürden zu überwinden, die einen von Regeneration abhalten könnten.

Frage deinen Arzt nach dem optimalen Rezept für die Behandlung von Long COVID mit Atemtherapie : „KG Atemtherapie“

Quellen

https://www.aerztezeitung.de/Wirtschaft/Long-COVID-Aerzte-duerfen-Heilmittel-ohne-Regressangst-verordnen-420472.html

https://www.gesundheitsstadt-berlin.de/mehr-physio-und-ergotherapie-fuer-long-covid-patienten-15275/

Muzik, Otto, Kaice T. Reilly, and Vaibhav A. Diwadkar. 2018. “‘Brain over Body’-A Study on the Willful Regulation of Autonomic Function during  Cold Exposure.” NeuroImage 172:632–41.

Kox, Matthijs, Lucas T. van Eijk, Jelle Zwaag, Joanne van den Wildenberg, Fred C. G. J. Sweep, Johannes G. van der Hoeven, and Peter Pickkers. 2014. “Voluntary Activation of the Sympathetic Nervous System and Attenuation of the  Innate Immune Response in Humans.” Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America 111(20):7379–84.

Ledford, Heidi. 2014. “Behavioural Training Reduces Inflammation.” Nature.

Behandlung der Fibromyalgie

Behandlung der Fibromyalgie

Die Fibromyalgie ist in der Medizin häufig eine Ausschlussdiagnose bei chronischen Schmerzen und die Behandlung beschränkt sich dann meist auf Schmerzmedikation. „Da kann man nichts machen“, ist ein Satz, den Patientinnen und Patienten mit Fibromyalgie häufig von Ärzten hören, die sich nicht tief mit der Pathophysiologie und allen Behandlungsmöglichkeiten der Fibromyalgie auskennen.

Dies bereitet wenig Hoffnung, so dass Depressionen und andere psychosoziale Erkrankungen wichtige Begleiterscheinungen der Fibromyalgie werden können.

An der Ursache behandeln

Die Regenerationsmedizin geht einen Schritt weiter und befasst sich mit den funktionellen und zellulären Ursachen der Fibromyalgie, anstatt sie nur symptomatisch mit Schmerzmitteln zu behandeln. Sie befasst sich mit biologischen Ursachen und biologischen Lösungen. Diese sind u.a. :

chronische Entzündung bei der Fibromyalgie :

Menschen mit Fibromyalgie zeigen häufig ausgeprägte Symptome einer chronischen Immunaktivierung (subklinische Inflammation, low grade inflammation, chronische Entzündung). Durch diese Entzündung herrscht Gehirnnebel, chronische Müdigkeit, Müdigkeit nach dem Essen, chronisch-entzündliche Schmerzen, Sehnenansatzprobleme, sowie reduzierte Schlafqualität. Diese chronische Entzündung ist labordiagnostisch nicht immer über den CRP Wert erkennbar, sondern häufig erst auf den zweiten oder dritten Blick in Zytokinprofilen. Zu einer erfolgreichen Behandlung von Fibromyalgie gehört eine ausführliche Diagnostik, auch mit Blick auf chronische Entzündung.

Mitochondriale Schädigung und Fibromyalgie :

Die mitochondriale Energiebereitstellung ist bei Fibromyalgie häufig eingeschränkt. Mitochondrien können dysfunktional sein und die mitochondriale DNA (mtDNA) dieser dysfunktionalen Mitochondrien wirkt bei Blutzirkulation hoch-entzündlich, was ein allgemeines fiebriges Abgeschlagenheitsgefühl nach körperlicher Aktivität erklärt. Dies wird auch post-exertional Malaise (P.E.M.) genannt. Die mitochondriale Schädigung ist in vielen Fällen durch eine geduldige und individualisierte mitochondriale Behandlung reversibel. Dazu nutzt man die Methode der „Mitohormesis“ um Mitochondrien wieder zu vermehrtem Wachstum anzuregen. Dies ist ein wichtiger Faktor für eine erfolgreiche Behandlung von Fibromyalgie.

Autonome Dysfunktion (Dysbalance des Nervensystems) :

In unseren Messungen stellen wir eindeutig fest, dass Menschen mit Fibromyalgie häufig eine autonome Dysfunktion auf Ebene des ventralen Vagusnervens haben, was sich in einem schlechten vagalen Tonus zeigt. Dieser hat zur Folge : orthostatische Dysregulation mit Schwindel/Ohnmachtszuständenn, reduzierte Stammzellaktivität mit reduzierter Regenerationsfähigkeit, Störungen der Kälte/Wärmeregulation, Störungen der sozialen Navigation mit Gefühlen von Einsamkeit und fehlender Verbindung, sowie innerer Unruhe. Dieses fehlregulierte Nervensystem spielt eine grosse Rolle bei Fibromyalgie und sollte in einer Behandlung für Fibromyalgie adressiert werden.

Störungen des Zellstoffwechsels bei Fibromyalgie :

Aufgrund der reduzierten mitochondrialen Funktion findet sich bei Patientinnen/Patienten mit Fibromyalgie häufig ein dominanter anaerober Zellstoffwechsel, der erhöhte Ruhelaktatwerte und eine chronische Übersäuerung zur Folge hat. Diese äussert sich in chronischer Muskelsteifigkeit, Verspannungen, Müdigkeit, sowie reduzierter Regenerationsfähigkeit. Aufgrund dieser chronischen, zellbasierten Übersäuerung finden viele Patientinnen und Patienten mit Fibromyalgie zu einer säurearmen, veganen Ernährung, die die Symptomatik aufgrund der speziellen Mikronährstoffkomposition chronisch verschlechtern kann und nichts an der eigentlichen Ursache der zellbasierten Übersäuerung ändert. Um die Fibromyalgie erfolgreich zu behandeln sollte der Zellstoffwechsel analysiert werden und über eine gezielte (Mikro)nährstoffoptimierung behandelt werden.

Hypersensibilisierung des Nervensystems :

Bei Fibromyalgie findet sich eine häufig Hypersensibilisierung des Nervensystems mit erhöhter Empfindlichkeit gegenüber Schmerzen, aber auch gegenüber Geräuschen, Gerüchen und anderen Sinnesempfindungen. Dies hat mit einer chronischen Aktivierung des Hinterhorns im Rückenmark zu tun, aber auch mit chronischer Glutamattoxizität des Gehirns (excitotoxicity), sowie einer Langzeitpotenzierung chronischer Schmerzrezeptoren (NMDA-Rezeptoren). Dies trägt zur Chronifizierung bei Fibromyalgie bei.

Therapiemüdigkeit bei Fibromyalgie

Die Behandlungsmöglichkeiten all dieser funktionellen Störungen sind zahlreich und es finden sich für jeden Patienten individuelle Therapiemöglichkeiten um den Körper Schritt-für-Schritt immer weiter zu gesunden. Eine Hürde dabei ist die initiale Motivation eine solche Behandlung zu beginnen, denn die Ursachen für diese Erkrankungen finden sich im biopsychosozialen Kontext, also in der Biologie, sowie der Psychologie und den sozialen Verbindungen.

Viele Patientinnen und Patienten haben schon zahlreiche Behandlungen ausprobiert. Diese ist häufig ohne kompetente ganzheitliche Anleitung erfolgt, so dass immer nur einzelne Insellösungen probiert wurden ohne sie innerhalb einer ganzheitlichen Strategie einzusetzen. Daraus entsteht viel Verzweiflung und eine gewisse „Therapiemüdigkeit“, die eine erfolgreiche Behandlung der Fibromyalgie erschwert.

Therapien, die in der Lage sind eine solche Therapiemüdigkeit zu durchbrechen, deutliche Resultate zu liefern und damit wieder Motivation und Hoffnung zu säen sind für uns in der Regenerationsmedizin immer wichtige Behandlungsoptionen.

Ketamin als Behandlungsoption bei Fibromyalgie

Einer dieser Türöffner ist die Ketamin-augmentierte Infusionstherapie. Bei dieser wird das dissoziative Schmerzmittel Ketamin per Infusion verabreicht. Eine Therapie besteht aus einer Serie von bis zu 6 Infusionen über 2-4 Wochen.

Ketamin wirkt an den Chronifizierungsrezeptoren (NMDA-Rezeptoren) und kann so chronische Zustände durchbrechen. Ausserdem ist Ketamin ein potentes Schmerzmittel, was den Patientinnen und Patienten bereits in der ersten Behandlung körperliche Schmerzen nehmen kann.

Ketamin wirkt dissoziativ, was bedeutet, dass Körper und Geist dosisabhängig entkoppelt werden. Dies gibt dem Geist die Möglichkeit mit einem freien, unbefangenen Blick auf die aktuelle Lebenssituation zu blicken. Zu guter Letzt hat Ketamin anti-entzündliche Wirkungen auf das Gehirn, so dass damit Neuroinflammation (Entzündung des Gehirns) behandelt werden kann.

Ist Ketamin auch für mich zur Behandlung der Fibromyalgie geeignet?

Aufgrund dieser Wirkungen ist Ketamin in der Medizin inzwischen eine beliebte -wenn auch umstrittene- Substanz und kann auch bei Fibromyalgie immer ein wichtiger Teil einer erfolgreichen Behandlung sein.

Wir haben einen interaktiven Fragebogen entwickelt, der dir helfen kann herauszufinden, ob eine Ketamin-augmentierte Therapie für dich geeignet ist. Diesen findest du HIER.

Quellen

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Endometriose Behandlung

Endometriose Behandlung

Eine junge Patientin kam zu uns mit der Diagnose Endometriose und war zunächst überrascht als wir ihr bei der ersten Behandlung erzählten, dass dies eine Erkrankung ist, die bei Naturvölkern nicht vorkommt.

Heute leitet diese junge Frau einen eigenen Podcast zur ganzheitlichen Behandlung von Endometriose, bei dem ich kürzlich Gast sein durfte. Die komplette Folge findest du hier :

endometriose Behandlung podcast EndoPower

Warum ist die Endometriose bei Naturvölkern so selten und warum ist das für die Behandlung wichtig?

Frauen in Naturvölkern haben tatsächlich eine deutlich niedrigere Rate von Endometriose. Dies hängt unter Anderem damit zusammen, dass Frauen in Naturvölkern viel häufiger Kinder bekommen und so sehr viel weniger Menstruationen haben. Die so genannte „retrograde Menstruation“, also eine Menstruation, die über den Eileiter Flüssigkeit in den Bauchraum verliert, ist ein wichtiger Risikofaktor für eine Endometriose. Und so sind häufigere und schwerer Menstruationen ein Risikofaktor. Es hängt jedoch gleichzeitig auch damit zusammen, dass Frauen in Naturvölkern geringere Raten an lebensstilbedingten hormonellen Dysbalancen, Mikronährstoffmängeln, Entzündungen, sowie Stoffwechselveränderungen haben, die den „fruchtbaren Boden“ für ein unkontrolliertes Schleimhautwachstum in der Bauchhöhle darstellen. Und dieses unkontrollierte Schleimhautwachstum ist ein Kern der Endometriose. Für eine erfolgreiche Behandlung der Endometriose ist es wichtig diese funktionellen Veränderungen zu adressieren.

Die Endometriose ist eine funktionelle Veränderung und nicht nur ein simpler Organschaden

Wie bei so vielen modernen Erkrankungen (Endometriose ist eine moderne Erkrankung) liegen auch der Endometriose funktionelle Veränderungen in Immunsystem, Energiestoffwechsel und Nervensystem zu Grunde, die bei der Behandlung adressiert werden sollten. Diese funktionellen Veränderungen haben einiges zu tun mit unserem modernen Leben. Das wird auch dadurch eindrücklich, dass die Endometriose auch bei Affen in freier Wildbahn so gut wie gar nicht vorhanden ist, aber bei Affen in Gefangenschaft in deutlich höherer Rate vorkommt.

Wenn man die Endometriose rein als „Fehler der Gebärmutter“ betrachtet, und daher die zugrundeliegenden Ursachen nicht adressiert, dann schöpft man nicht die vollen Behandlungsmöglichkeiten aus. Wenn man jedoch erkennt, dass den chronisch-entzündlichen Veränderungen chronisch-funktionelle Veränderungen in Energiestoffwechsel, Immunsystem und Nervensystem zu Grunde liegen, dann nimmt man eine Perspektive ein, die therapeutisches Potential hat.

Ursachendiagnostik zur erfolgreichen Behandlung der Endometriose

Es gibt zwei verschiedene Formen der Endometriose, die gerne zusammengewürfelt werden, aber tatsächlich differenziert zu betrachten sind. Zum Einen gibt es die Adenomyose, die sich durch „Knoten“ in der Gebärmutterwand auszeichnet und es gibt die Endometriose, bei der sich Gebärmutterschleimhautgewebe entzündlich in der Bauchhöhle ausbreitet.

Die Rolle des Energiestoffwechsels bei der Behandlung der Endometriose

Beide Formen der Endometriose sind assoziiert mit Veränderungen im Energiestoffwechsel im Sinne der Insulinresistenz. Diese ist diagnostisch bei der Endometriose immer auszuschliessen, denn sie stellt einen wichtigen ursächlichen Risikofaktor dar, weil unter Insulinresistenz eine chronische Aktivierung der molekularen Pfade mTOR/AKT/PI3K stattfindet, die ein unkontrolliertes und entzündliches Schleimhautwachstum deutlich begünstigt. Die Insulinresistenz ist eine lebensstilbedingte Veränderung, die sich über Mikronährstofftherapie, hormetische Medizin und Ernährungsmedizin behandeln lässt.

Die Rolle der Hormone bei der Behandlung der Endometriose

Ebenfalls häufig anzutreffen im Kontext der Endometriose ist eine Östrogendominanz, die sich durch erhöhtes Östrogen bei normalen oder niedrigem Progesteron oder normales Östrogen bei niedrigem oder dysfunktionalem Progesteron auszeichnet. Der Östrogenstoffwechsel wird beeinflusst durch Umweltöstrogene aus Nahrung und Kosmetika, der Stoffwechselumwandlung der Östrogene in der Leber, sowie der finalen Ausscheidung über den Darm. Dort kommt es immer wieder mal zu Abbbaustörungen, so dass sich Östrogene anstauen, die dann eine schmerzhafte Periode und eine schmerzhafte Endometriose deutlich begünstigen. Für eine erfolgreiche Behandlung der Endometriose sollte eine hormonelle Dysbalance anamnestisch und diagnostisch ausgeschlossen werden.

Die Rolle des Immunsystems bei der Behandlung der Endometriose

Der Endometriose liegt eine chronisch entzündliche Aktivität des Schleimhautgewebes zu Grunde. Die Entzündung ist die Sprache des Immunsystems und eine chronische Aktivierung des Immunsystem formt ein immunologisches Gedächtnis, welches therapeutisch durchbrochen werden muss um die Entzündung aufzulösen. Dazu kann man empirisch vorgehen, also mit generellen entzündungsmodulierenden Strategien, oder man kann eine individuelle Diagnostik durchführen um herauszufinden welche Substanzen und Strategien den grössten therapeutischen Effekt für die Behandlung der Endometriose haben werden.

Die Epigenetik der Endometriose

Auch genetische Faktoren sind zu beleuchten, denn ein Polymorphismus in den Genen COMT und/oder MTHFR kann eine Endometriose begünstigen, weil das COMT Enzym für die Abbaureaktion von Östrogenen mitverantwortlich ist. Neben den Östrogenen werden über dieses Enzym auch Stresshormone abgebaut. Wenn durch einen genetischen Polymorphismus nun eine reduzierte enzymatische Funktion vorliegt, dann ist die Verstoffwechselung von Östrogenen unter Stress deutlich reduziert was zu einer chronischen Östrogendominanz führen kann. Dieses Gen und das dazugehörige Enzym lässt sich -anhand neuester epigenetischer Erkenntnisse- über individuelle Mikronährstofftherapie gezielt in seiner Funktion stärken um damit Endometriose erfolgreicher zu behandeln.

Die Rolle der Darmfunktion bei Endometriose

Ein weiterer diagnostischer Ansatzpunkt ist die bakterielle Endotoxämie des Beckens, die sich bei einem Grossteil der Frauen mit Endometriose zeigt. Dabei finden sich entzündliche Darmbakterien im Bauchraum und im Becken. Diese gelangen dort hin durch undichte Barrieren im Bereich des Darms. Dies nennt sich intestinale Permeabilität (auch genannt Leaky Gut) und ist eine lebensstilbedingte pathologische -jedoch reversible- Veränderung des Darmepithels.

In meinem Interview im EndoPower Podcast gehen wir weiter ins Detail und zeigen bereits einige therapeutische Lösungsmöglichkeiten auf.

Endometriose Behandlung Podcast EndoPower

Quellenangaben :

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Fallstudie Morbus Hashimoto

Fallstudie Morbus Hashimoto

Morbus Hashimoto gilt als eine unheilbare Erkrankung der Schilddrüse. Wir wissen jedoch, dass diese Erkrankung nachweislich heilbar ist.

Morbus Hashimoto ist eine entzündliche Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, die gehäuft bei jungen Frauen auftritt. Erste Symptome und Zeichen einer Schilddrüsenunterfunktion sind Müdigkeit, Gewichtszunahme, Frieren und Verdauungsstörungen oder auch initiale Schilddrüsenüberfunktion, die sich als Herzstolpern, Schluckstörungen oder nervöse Unruhe zeigen kann.

Diagnostisch wegweisend ist dann ein erhöhter TSH-Wert sowie nachweisbare Antikörper gegen die eigene Schilddrüse.

Die klassische leitliniengetreue Behandlung von Morbus Hashimoto sieht vor die reduzierte Schilddrüsenfunktion mit L-Thyroxin zu substituieren. Eine kausale Therapie findet selten statt.

Mit einer kausalen Therapie ist es jedoch möglich zunächst die Antikörperaktivität zu reduzieren und im zweiten Schritt die Schilddrüse zu regenerieren.

Hier sieht man die Daten einer jungen Frau, die in nur 8 Monaten regenerationsmedizinischer Behandlung im MOJO Institut ihre Antikörper von hoher Aktivität auf normal-gesunde Aktivität senken konnte. Das bedeutet, dass ihre Schilddrüse nun nicht mehr vom eigenen Körper angegriffen wird und nun regenerieren kann.

In der Regenerationsmedizin geht die individuelle Ursachendiagnostik in die Tiefe und findet auch häufig Ursachen auf folgenden Ebenen :

Epigenetik. Einige Gene wie HLA-DR3 und CTLA-4 sind eng mit einer Entstehung der Hashimoto Thyreoditis assoziiert und bieten therapeutisches Potential, weil jedes Gen immer nur in der Interaktion mit seiner Umwelt und dem Lebensstil aktiviert wird.

Energiestoffwechsel. Insulinresistenz, Mitochondriale Dysfunktionen, sowie Metaflammation (Entzündung des Energiestoffwechsels) sind wichtige Mediatoren der Hashimoto Thyreoditis und bieten bei Identifikation therapeutische Optionen.

Hormone. Frauen sind häufiger betroffen, weil die Östrogene an der Autoimmunaktivität beteiligt sind. Eine Östrogendominanz ist im Kontext Hashimoto Thyreoditis daher immer diagnostisch auszuschliessen um eine erfolgreiche Behandlung möglich zu machen.

Molecular Mimicry. Die Antikörperaktivität basiert in einigen Fällen auf einer so genannten Molecular Mimicry (=molekulares Versteckspiel) bei dem das Immunsystem auf Nahrungsbestandteile geprimed (entzündlich aktiviert) wird, die eine molekulare Ähnlichkeit mit Schilddrüsenzellen aufweisen. Therapeutisch ist es möglich dies immunologisch zu entkoppeln und so den Angriff auf die Schilddrüse zu stoppen.

Mikronährstoffmängel. Häufige Mikronährstoffmängel im Kontext des Morbus Hashimoto sind Selen, B-Vitamine, Eisen, Kupfer, Zink, sowie Tyrosin. In einigen Fällen reicht eine alleinige Wiederherstellung der Mikronährstoffversorgung um die Autoimmunaktivität zu stoppen und die Schilddrüsenfunktion zu regenerieren.

In einer Sprechstunde Regenerationsmedizin gehen wir strategisch vor um alle Ursachen der Hashimoto Thyreoditis abzuklopfen und dann gezielte, weiterführende Ursachendiagnostik durchzuführen mit dem Ziel die Autoimmunaktivität zu stoppen und die Schilddrüse komplett zu regenerieren.